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Eurovision Song Contest

Israel gewinnt den ESC - Deutschland auf Platz vier

Die Entscheidung ist gefallen: Netta ist Siegerin des Eurovision Song Contest, die Sängerin trat für Israel an. Der Deutsche Michael Schulte schaffte es überraschend auf den vierten Rang.

Sonntag, 13.05.2018   00:42 Uhr

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Israel hat den Eurovision Song Contest in Lissabon gewonnen. Die Sängerin Netta Barzilai bekam für ihr Lied "Toy" die meisten Punkte - und landete vor Zypern und Österreich. Inhaltlich geht es bei "Toy" in verschiedenen Textvarianten darum, dass die Frau kein Objekt, keine Puppe, keine Barbie sei, sondern etwas zu sagen habe. Dies gehe aber nicht nur junge Frauen an, sagte Netta, sondern eigentlich jeden: "Seid stolz und nehmt euch selbst so an, wie ihr ausseht und denkt."

"Netta, du bist ein echter Schatz", schrieb Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu via Twitter an die 25-Jährige. "Du hast dem Staat Israel viel Ehre eingebracht! Nächstes Jahr in Jerusalem!" Damit deutete Netanyahu an, dass der Wettbewerb 2019 voraussichtlich in der israelischen Hauptstadt stattfinden werde. Es ist Israels vierter Sieg beim Eurovision Song Contest.

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Für Deutschland war Michael Schulte mit der Pop-Ballade "You Let Me Walk Alone" ins Rennen gegangen, er kam am Ende auf Platz vier. Das ist die beste Platzierung seit dem Sieg von Lena im Jahr 2010. In den vergangenen Jahren hatte Deutschland stets die hinteren ESC-Ränge belegt: Levina kam 2017 nur auf den vorletzten Platz, in den Jahren 2016 und 2015 landeten Jamie-Lee sowie Ann Sophie jeweils auf dem letzten Platz.

"Oh mein Gott, was soll ich sagen? Das ist so verrückt", sagte der 28-jährige Schulte im Gespräch per Live-Schalte mit Barbara Schöneberger, die die deutsche ESC-Party in Hamburg moderierte. "Ich hab' mir auch ein Sektchen gegönnt, nachdem ich eine Woche gar nichts getrunken habe, um ganz konzentriert zu sein."

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Beim Auftritt der britischen Kandidatin SuRie stürmte ein Mann die Bühne und entriss der Sängerin das Mikrofon, er wurde von Sicherheitsleuten abgeführt. SuRie reagierte souverän und sang weiter. Am Ende landete sie aber abgeschlagen auf Platz 24.

Insgesamt nahmen am ESC in Lissabon dieses Jahr 43 Länder teil. 17 Beiträge wurden in den beiden Halbfinals am Dienstag und Donnerstag aussortiert, darunter auch Russland, die Schweiz, Polen und Belgien. Neben Deutschland sind als große Geldgeber automatisch auch Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien fürs Finale gesetzt, ebenso der Gastgeber, also diesmal Portugal. Im Finale von Lissabon standen dann noch 26 Künstler (das gesamte ESC-Finale können Sie hier im Minutenprotokoll nachlesen und eine detailliertere Analyse zum Finale finden Sie hier).

Im vergangenen Jahr hatte der Portugiese Salvador Sobral mit dem Lied "Amar pelos dois" gewonnen und so den Grand Prix in sein Heimatland geholt. Sobral, der im Dezember ein neues Herz transplantiert bekommen hatte, stand nun in Lissabon in einer der Finalpausen auf der Bühne und sang seinen Siegerhit zusammen mit der brasilianischen Musiklegende Caetano Veloso - der Auftritt zählte zu den emotionalen Höhepunkten der Musikshow. Laut Veranstalter verfolgten sie weltweit etwa 200 Millionen TV-Zuschauer.

aar/dpa

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