Eurovision Song Contest Israel gewinnt den ESC - Deutschland auf Platz vier

Die Entscheidung ist gefallen: Netta ist Siegerin des Eurovision Song Contest, die Sängerin trat für Israel an. Der Deutsche Michael Schulte schaffte es überraschend auf den vierten Rang.

AP

Israel hat den Eurovision Song Contest in Lissabon gewonnen. Die Sängerin Netta Barzilai bekam für ihr Lied "Toy" die meisten Punkte - und landete vor Zypern und Österreich. Inhaltlich geht es bei "Toy" in verschiedenen Textvarianten darum, dass die Frau kein Objekt, keine Puppe, keine Barbie sei, sondern etwas zu sagen habe. Dies gehe aber nicht nur junge Frauen an, sagte Netta, sondern eigentlich jeden: "Seid stolz und nehmt euch selbst so an, wie ihr ausseht und denkt."

"Netta, du bist ein echter Schatz", schrieb Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu via Twitter an die 25-Jährige. "Du hast dem Staat Israel viel Ehre eingebracht! Nächstes Jahr in Jerusalem!" Damit deutete Netanyahu an, dass der Wettbewerb 2019 voraussichtlich in der israelischen Hauptstadt stattfinden werde. Es ist Israels vierter Sieg beim Eurovision Song Contest.

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Netta Barzilai: "Ich bin nicht dein Spielzeug"

Für Deutschland war Michael Schulte mit der Pop-Ballade "You Let Me Walk Alone" ins Rennen gegangen, er kam am Ende auf Platz vier. Das ist die beste Platzierung seit dem Sieg von Lena im Jahr 2010. In den vergangenen Jahren hatte Deutschland stets die hinteren ESC-Ränge belegt: Levina kam 2017 nur auf den vorletzten Platz, in den Jahren 2016 und 2015 landeten Jamie-Lee sowie Ann Sophie jeweils auf dem letzten Platz.

"Oh mein Gott, was soll ich sagen? Das ist so verrückt", sagte der 28-jährige Schulte im Gespräch per Live-Schalte mit Barbara Schöneberger, die die deutsche ESC-Party in Hamburg moderierte. "Ich hab' mir auch ein Sektchen gegönnt, nachdem ich eine Woche gar nichts getrunken habe, um ganz konzentriert zu sein."

Beim Auftritt der britischen Kandidatin SuRie stürmte ein Mann die Bühne und entriss der Sängerin das Mikrofon, er wurde von Sicherheitsleuten abgeführt. SuRie reagierte souverän und sang weiter. Am Ende landete sie aber abgeschlagen auf Platz 24.

Insgesamt nahmen am ESC in Lissabon dieses Jahr 43 Länder teil. 17 Beiträge wurden in den beiden Halbfinals am Dienstag und Donnerstag aussortiert, darunter auch Russland, die Schweiz, Polen und Belgien. Neben Deutschland sind als große Geldgeber automatisch auch Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien fürs Finale gesetzt, ebenso der Gastgeber, also diesmal Portugal. Im Finale von Lissabon standen dann noch 26 Künstler (das gesamte ESC-Finale können Sie hier im Minutenprotokoll nachlesen und eine detailliertere Analyse zum Finale finden Sie hier).

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Eurovision Song Contest: So liefen die Auftritte im ESC-Finale

Die Ergebnisse des ESC 2018 im Überblick

1. ISRAEL - Netta ("Toy"): 529 Punkte
2. ZYPERN - Eleni Foureira ("Fuego"): 436 Punkte
3. ÖSTERREICH - Cesár Sampson ("Nobody but you"): 342 Punkte
4. DEUTSCHLAND - Michael Schulte ("You let me walk alone"): 340 Punkte
5. ITALIEN - Ermal Meta & Fabrizio Moro ("Non mi avete fatto niente"): 308 Punkte
6. TSCHECHISCHE REPUBLIK - Mikolas Josef ("Lie to me"): 281 Punkte
7. SCHWEDEN - Benjamin Ingrosso ("Dance you off"): 274 Punkte
8. ESTLAND - Elina Nechayeva ("La forza"): 245 Punkte
9. DÄNEMARK - Rasmussen ("Higher ground"): 226 Punkte
10. MOLDAU - DoReDoS ("My lucky day"): 209 Punkte
11. ALBANIEN - Eugent Bushpepa ("Mall"): 184 Punkte
12. LITAUEN - Ieva Zasimauskaite ("When we're old"): 181 Punkte
13. FRANKREICH - Madame Monsieur ("Mercy"): 173 Punkte
14. BULGARIEN - Equinox ("Bones"): 166 Punkte
15. NORWEGEN - Alexander Rybak ("That's how you write a song"): 144 Punkte
16. IRLAND - Ryan O'Shaughnessy ("Together"): 136 Punkte
17. UKRAINE - Mélovin ("Under the ladder"): 130 Punkte
18. NIEDERLANDE - Waylon ("Outlaw in 'em"): 121 Punkte
19. SERBIEN - Sanja Ilic & Balkanika ("Nova deca"): 113 Punkte
20. AUSTRALIEN - Jessica Mauboy ("We got love"): 99 Punkte
21. UNGARN - AWS ("Viszlát nyár"): 93 Punkte
22. SLOWENIEN - Lea Sirk ("Hvala, ne"): 64 Punkte
23. SPANIEN - Alfred & Amaia ("Tu canción"): 61 Punkte
24. GROßBRITANNIEN - SuRie ("Storm"): 48 Punkte
25. FINNLAND - Saara Aalto ("Monsters"): 46 Punkte
26. PORTUGAL - Cláudia Pascoal ("O jardim"): 39 Punkte

Im vergangenen Jahr hatte der Portugiese Salvador Sobral mit dem Lied "Amar pelos dois" gewonnen und so den Grand Prix in sein Heimatland geholt. Sobral, der im Dezember ein neues Herz transplantiert bekommen hatte, stand nun in Lissabon in einer der Finalpausen auf der Bühne und sang seinen Siegerhit zusammen mit der brasilianischen Musiklegende Caetano Veloso - der Auftritt zählte zu den emotionalen Höhepunkten der Musikshow. Laut Veranstalter verfolgten sie weltweit etwa 200 Millionen TV-Zuschauer.

aar/dpa



insgesamt 49 Beiträge
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Seite 1
redrat69 13.05.2018
1. Warum überraschend?
Reife Leistung, sehr guter Song. Hätte auch 1-2 Plätze höher sein können. Deutschland mach Dich nicht so klein. ;)
haslux 13.05.2018
2.
Wow,wahnsinnig gutes Ergebnis für Deutschland! Wie ich finde verdient, immerhin mal brauchbar nach den letztjährigen Beiträgen. Wieso Israel aber gewonnen hat..
hausfeen 13.05.2018
3. Besser die Mickey Mouse Haare als alle anderen.
Geschuldet dem schlechten Gesamtniveau und auch einer mächtigen Internetkampagne der Gamerszene und Mangafans. Jami Lee hatte das damals versäumt, diese Szene anzutriggern.
andy70 13.05.2018
4. Glückwunsch an Israel ....
und an Michael Schulte, der nur haarscharf an der Bronzemedaille vorbei geschrammt ist - allen Unkenrufen zum Trotz! Danke für den emotional ehrlichen Auftritt! So und jetzt können alle, die sich über den ESC, seine ach so schlechte Qualität, hohe Kosten und Peinlichkeiten reflexmäßig aufregen mögen, weiter zürnen....;)
dragondeal 13.05.2018
5. Tja,
man merkt, ich werd alt. Der Siegertitel ist dann doch nicht meine Musik. Ansonsten ein brauchbarer Mischmasch, recht spannend, weil Jurys und Publikum doch oft weit auseinander und für uns bei beiden doch mal wieder ein überraschend erfreuliches Ergebnis.
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