US-Künstler Gilbert Baker Der Designer der Regenbogenfahne

Er sollte ein Symbol für den Gay Freedom Day anfertigen. Diesen Auftrag übertraf Gilbert Baker sogar noch. Mit seiner Regenbogenfahne entwarf der US-Künstler das Symbol für die Homosexuellenbewegung.

Gilbert Baker (2003 in Stockholm)
AFP

Gilbert Baker (2003 in Stockholm)


"Der Regenbogen ist so perfekt, weil er so gut zu unserer Vielfalt in Bezug auf Rasse, Geschlecht, Alter und so weiter passt", sagte Gilbert Baker 2015 in einem Interview mit dem MoMa (Museum of Modern Art) in New York. "Und außerdem ist er ein natürliches Zeichen - er kommt vom Himmel." Der US-Künstler entwarf die Regenbogenfahne, die weltweit für die Homosexuellenbewegung steht.

Heute wäre Baker, der Ende März starb, 66 Jahre alt geworden, deshalb ehrt ihn Google heute mit einem Doodle.

Doodle zu Ehren Gilbert Bakers
Google

Doodle zu Ehren Gilbert Bakers

1978 war Baker von Harvey Milk, einem Freund und Mitglied des Stadtrats von San Francisco, gebeten worden, ein Symbol für den Gay Freedom Day anzufertigen. "Ich war zur rechten Zeit am rechten Ort", sagte Baker einst. "Und ich konnte nähen." So begann er im Gay Community Center in San Francisco gemeinsam mit rund 30 Mitstreitern, Farben zu mixen und Stoffe zu schneiden und zu nähen. Am 25. Juni 1978 war die Fahne, die heute im Besitz des MoMa und dort ausgestellt ist, fertig.

Es war nicht Bakers erstes Banner, aber das, das die größte Bekanntheit erlangte. Sein Ziel war es, den Rosa Winkel abzulösen, den die Nazis in Konzentrationslagern genutzt hatten, um homosexuelle Männer zu identifizieren. Später hatte jedoch auch die Schwulen- und Lesbenbewegung das Symbol aufgenommen.

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Die ursprüngliche Regenbogenfahne hatte acht Farben, die alle einen Aspekt der Gemeinschaft ausdrücken sollten: Pink (Sex), Rot (Leben), Orange (Heilung), Gelb (Sonne), Grün (Natur), Türkis (Magie), Blau (Frieden) und Violett (Geist). Weil pinkfarbener Stoff aber zu teuer war und zudem Indigo und Türkis zu Königsblau verschmolzen, besteht die Fahne seit 1979 nur noch aus sechs Farben.

Baker, der früher Soldat war, brachte sich das Nähen selbst bei. In den Siebzigerjahren begann er, sich stark in der Bewegung der Schwulen und Lesben in San Francisco zu engagieren. Insbesondere durch die enge Freundschaft mit dem homosexuellen Aktivisten und Politiker Milk sei ihm bewusst geworden, wie wichtig es sei, sicht- und hörbar zu sein und offen über die sexuelle Orientierung zu sprechen, sagte Baker später.

Übrigens ließ Baker sich die Regenbogenfahne nie markenrechtlich schützen. "Sie war sein Geschenk an die Welt", sagte Clive Jones, ein langjähriger Freund, nach Bakers Tod. "Er hat mir erzählt, schon im Moment, als die Fahne das erste Mal gezeigt wurde, habe er gewusst, dass sie sein Lebenswerk sei."

max/AFP



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