Glamour-Subvention Harsche Kritik an Bambi-Bezuschussung

Der Bayerische Rechnungshof hat den saftigen Staatszuschuss für die luxuriöse Münchner Bambi-Verleihung harsch kritisiert: Eine Subventionierung der Gala mit 200.000 Euro sei "nicht vertretbar".


München - Bambi-Verleihungen sind für gewöhnlich gepflegt langwierige Events mit einzelnen glamourösen Höhepunkten, doch dass die alt-ehrwürdige Veranstaltung nun auch noch in einen handfesten Subventionierungsstreit verwickelt werden würde, hätte wohl niemand gedacht: Der Oberste Bayerische Rechnungshof hat die großzügige Subventionierung der Bambi-Verleihung 2005 mit 200.000 Euro aus Steuergeldern kritisiert.

In ihrem am Dienstag vorgelegten Jahresbericht kritisieren die Rechnungsprüfer die Förderung der Gala durch die bayerische Staatsregierung als "typischen Mitnahmeeffekt". 2005 hatte die Veranstaltung erstmals seit langem wieder in München stattgefunden.

Den genauen Betrag, den das Land als Zuschuss zahlte, wollte der Sprecher allerdings nicht nennen. Der bayerische Landesrechnungshof monierte derweil, es sei "nicht vertretbar, wenn auf der einen Seite in vielen Bereichen rigoros gespart und auf der anderen Seite diese glamouröse Preisverleihung mit Steuergeldern unterstützt wird". Der Freistaat habe mit dem Zuschuss rund fünf Prozent der laut Rechnungshof über vier Millionen Euro Gesamtkosten der Gala getragen. Ursprünglich hätten die Veranstalter eine Förderung in Höhe von einer halben Million Euro erbeten.

Die Rechnungsprüfer erklärten, dass "eine Förderung nicht notwendig gewesen wäre". Für den Zuschuss hätten zudem andere Mittel aus dem Medienetat umgeschichtet werden müssen, der ohnehin zuvor im Zuge der Sparpolitik drastisch gekürzt worden sei. Die Staatskanzlei hatte den Zuschuss damit verteidigt, dass die Bambi-Gala eine gute Werbung für den Medienstandort München gewesen sei. Damals hätte zudem gedroht, dass München als Veranstaltungsort für die Bambi-Gala ausgeschieden wäre.

Die Rechnungsprüfer betonen jedoch, dass die Landeshauptstadt bereits vor der Zuschusszusage als Veranstaltungsort festgestanden habe. Zudem sei auch die von der Staatskanzlei angeführte längerfristige Bindung der Gala an München nicht erkennbar. Am vergangenen Donnerstag hatte die Bambi-Verleihung in Düsseldorf stattgefunden, ein Jahr zuvor in Stuttgart.

Unterdessen wurde bekannt, dass auch die Bambi-Veranstaltung 2006 in Stuttgart von der baden-württembergischen Landesregierung aus Steuermitteln unterstützt worden war. Die Förderung sei ein Projekt der Landeswerbung Baden-Württemberg gewesen, sagte ein Sprecher des Staatsministeriums in Stuttgart. "Der Beitrag des Landes wurde vollständig aus den im Haushalt für Öffentlichkeitsarbeit bewilligten Mitteln finanziert." Zusätzliche Mittel seien nicht eingesetzt worden, Umschichtungen seien nicht erfolgt. "Die Gesamtrealisierung war auf mehrere Partner verteilt."

hoc/AP

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.