Golden Pudel Club Es darf wieder getanzt werden!

Eineinhalb Jahre nach dem Brand eröffnet der weltberühmte Szeneklub in Hamburg wieder: Ab Donnerstag werden im wiederaufgebauten Erdgeschoss Partys gefeiert. Auch das Obergeschoss soll bald fertiggestellt werden.

Der Golden Pudel Club im Februar 2017
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Der Golden Pudel Club im Februar 2017


Endlich ist es so weit: "Pudel Tränke jeden Tag ab 20 Uhr geöffnet!", vermeldet die Internetseite des Golden Pudel Clubs - des Zentrums der alternativen Szene Hamburgs, der auch international viele Fans hat. Wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet, hat Mitbetreiber Schorsch Kamerun auf Nachfrage bestätigt: "Ja, es geht wieder los."

Ab Donnerstag (17. August) soll im Erdgeschoss die erste Party stattfinden - "Wer Bock hat, kommt vorbei", heißt es laut "Abendblatt" aus dem Betreiberkollektiv. Die dortigen Räume brauchten einige Monate Wiederherstellung, nachdem sie vornehmlich durch den Einsatz von Löschwasser beschädigt wurden. Erhalten bleiben typische Pudel-Club-Abende mit Mottos wie "Die Welt zu Gast beim Feudeln" am Donnerstag oder "Musik Fetischisten Ohren Charakter" am Sonntag.

Der Golden Pudel Club, der in den späten Achtzigerjahren von Schorsch Kamerun und Rocko Schamoni gegründet wurde, war bei einem Brand im Februar 2016 stark zerstört worden und hatte eine Welle der Betroffenheit, aber auch der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Obwohl die Polizei wegen vorsätzlicher Brandstiftung ermittelt hatte, konnte sie keinen Tatverdächtigen dingfest machen.

Streit der Eigentümer

Vor dem Brand geriet der Klub in die Schlagzeilen, weil sich Schamoni und Mitbesitzer Wolf Richter, die das schiefe Häuschen 2008 gekauft hatten, zerstritten hatten - der Grund waren unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Nutzung des Gebäudes. Schamoni betrieb daraufhin den Klub im Untergeschoss und Richter das Restaurant Oberstübchen darüber.

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Der "Pudel" vor dem Brand: Party und Widerstand

Eine Versteigerung des Gebäudes mit einem Verkehrswert von 510.000 Euro war für den 20. April angesetzt gewesen und durch den Brand obsolet geworden.Wegen des Streits zwischen den Eigentümern kam es nach dem Brand für lange Zeit zu Verzögerungen der Reparaturarbeiten; unklar war, ob der Golden Pudel Club je wieder würde eröffnen können.

Im Juli 2016 gab die gemeinnützige Mara & Holger Cassens Stiftung bekannt, dass sie die Anteile von Miteigentümer Wolf Richter übernehmen würde, um eine drohende Zwangsversteigerung abzuwenden und die Zukunft des Gebäudes zu sichern.

Die Stadt Hamburg spendierte 200.000 Euro, während der Bezirk Altona 100.000 Euro für den Wiederaufbau und die Sanierung des Klubs lockermachte. Weitere Spenden kamen über die Plattform "Pump up the Pudel" zusammen, die Pudel-Aktivisten aus der Taufe gehoben hatten. Viele Fans spendeten, Musikerinnen und Musiker aus aller Welt steuerten Spendenaufrufvideos bei.

Während nun unten wieder getanzt werden kann, soll parallel mit dem Aufbau des Obergeschosses begonnen werden.

bsc



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