Golden Pudel Club Streit beendet, Klub gerettet

Der Konflikt um den abgebrannten Golden Pudel Club scheint vorbei zu sein. Eine Zwangsversteigerung wurde abgewendet, das Grundstück wird in die Gemeinnützigkeit überführt.

Der Golden Pudel Club in Hamburg.
DPA

Der Golden Pudel Club in Hamburg.


Die seit Langem drohende Zwangsversteigerung des Hamburger Golden Pudel Club ist abgewendet worden. Das verkündeten die Betreiber des Pudel am Montag auf ihrer Website - mit den Worten: "Hurrah und wuff - es ist vollbracht!"

Damit geht auch ein langer Streit zu Ende. Wolf Richter, neben dem Künstler Rocko Schamoni einer der beiden Besitzer des Klubs, wollte die Eigentümergemeinschaft auflösen und das Gebäude zwangsversteigern lassen. Die gemeinnützige Mara & Holger Cassens Stiftung soll nun die Anteile von Richter erworben haben - die Versteigerung wird somit hinfällig. Der Anteil von Schamoni werde irgendwann ebenfalls in die Gemeinnützigkeit übergehen, sagte Schamonis Anwalt Martin Klingner.

Auf der Website des Pudel heißt es: "Das mit ihm verwachsene Stückchen Erde, mit dem Namen St. Pauli Fischmarkt 27, konnte den hitzigen Klauen einer drohenden Zwangsversteigerung entrissen werden! In Zusammenarbeit mit der Mara & Holger Cassens Stiftung wurde Wolf Richters Anteil erworben und nun ist es möglich, das Grundstück in eine Gemeinnützigkeit zu überführen. Somit ist der Ort den Widrigkeiten des Kapitalmarkts davongejagt und es kann weiterhin an der kulturellen Bespielung und sozialen Idee gebastelt werden."

Wolf Richter hatte das Gebäude 2008 gemeinsam mit Rocko Schamoni erworben. Richter betrieb im oberen Stock das Café Oberstübchen, Schamoni den Golden Pudel Club im Erdgeschoss des Hauses. Zwischen beiden kam es zum Streit, für den 20. April diesen Jahres war bereits ein Versteigerungstermin angesetzt. Der musste nach einem Brand, der das Haus teilweise zerstörte und unbenutzbar machte, aufgehoben werden.

Der Pudel galt lange Zeit als alternativer Szenetreff in Hamburg. Für die Musiker der Hamburger Schule wie Tomte oder Kettcar wurde er ebenso zum zweiten Wohnzimmer wie für viele prominente DJs und Künstler, die dem Klub zu deutschlandweiter Bekanntheit verhalfen.

gia/dpa



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