Grimme-Ehrung Preis-Kick für "Sommermärchen"

Deutscher Fernsehmeister: Sönke Wortmann bekommt die begehrte Trophäe für seine Doku über die deutsche WM-Elf. Als einziger Privatsender wird Pro Sieben mit der Trophäe ausgezeichnet.


Düsseldorf - Zwölf Grimme-Preise für Qualitätsfernsehen sind am Mittag in Düsseldorf bekannt gegeben worden. Den Löwenanteil heimsten traditionell die öffentlich-rechtlichen Sender ein. Sie kassierten zehn Auszeichnungen. Als einziger privater Sender erhält ProSieben zwei Grimme-Preise. Die Auszeichnungen werden am 30. März in Marl vergeben.

Szene aus Wortmanns "Deutschland: Ein Sommermärchen": Volltreffer in 2007
Kinowelt

Szene aus Wortmanns "Deutschland: Ein Sommermärchen": Volltreffer in 2007

Sönke Wortmann (Buch/Regie/Kamera) ist Preisträger in der Kategorie Information und Kultur für seinen Dokumentarfilm über die deutsche Fußballnationalmannschaft während der Weltmeisterschaft "Deutschland. Ein Sommermärchen" (ARD/WDR). Der Regisseur habe das Medienereignis des vergangenen Jahres geliefert, erklärte die Jury heute bei der Bekanntgabe der Preisträger.

Zu den erfolgreichen Beiträgen der Öffentlich-Rechtlichen zählt auch das Familiendrama "Unter dem Eis" (ARD) mit Bibiana Beglau und die Doku- Soap "Stellmichein" (ZDF/Arte).

Die Preise in der neuen Kategorie Unterhaltung gehen an Jürgen von der Lippes ProSieben-Show "Extreme Activity" sowie die ARD-Vorabendserie "Türkisch für Anfänger".

Im Rennen um den wichtigsten deutschen Fernsehpreis haben gleich mehrere Produktionen aus dem Themenbereich Migration und Integration gesiegt: So werden neben "Meine verrückte türkische Hochzeit" und der Vorabendserie "Türkisch für Anfänger" auch der umstrittene Film "Wut" (ARD/WDR) bei der Preisverleihung am 30. März ausgezeichnet.

Weitere Grimme-Preise gehen an Schauspieler, Regisseure und Drehbuchautoren für den Film "Arnies Welt" (ARD/WDR), für den "Polizeiruf 110: Er sollte tot" (ARD/BR)

Für die Aufdeckung des Skandals "Bezahlter Lobbyismus in Bundesministerien" in Beiträgen des Politmagazins "Monitor" (ARD/WDR) geht der Grimme-Preis stellvertretend für das Autorenteam an Ralph Hötte, Kim Otto und Markus Schmidt.

Ein Preisträger der 43. Verleihung am 30. März in Marl stand schon vorab fest: Der Komiker Hape Kerkeling erhält die "Besondere Ehrung" des Deutschen Volkshochschul-Verbandes. Kerkeling war mit seiner Rolle als Horst Schlämmer außerdem zwei Mal in der neuen Kategorie "Unterhaltung" nominiert - unterlag hier aber der Konkurrenz.

Erstmals werden bei der Verleihung am 30. März nur zwölf statt wie bisher 14 Preise zuerkannt. Der Adolf-Grimme-Preis gilt als die wichtigste Auszeichnung für Fernsehschaffende und wird seit 1964 vergeben. Stifter ist der Deutsche Volkshochschul-Verband in Marl, der einer der Gesellschafter des Adolf-Grimme-Instituts ist. Adolf Grimme war von 1930 bis 1933 sozialdemokratischer preußischer Kulturminister, nach dem Krieg Kultusminister in Niedersachsen und von 1948 bis 1956 Generaldirektor des Norddeutschen Rundfunks. Er starb 1963.

anr/dpa/AP



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