Grimme-Preis Gold für "Dittsche" Dittrich

Komplexe Dramatik und skurrile Komik machten bei der 41. Grimme-Preisverleihung das Rennen. Mit Gold wurden Christian Petzolds Film "Wolfsburg" und Olli Dittrichs Wochenshow "Dittsche" ausgezeichnet. Auch Entertainer Stefan Raab erhielt einen der begehrten Preise - für seine Veranstaltung "Ein Lied für Istanbul".


Preisträger Plasberg, Boettinger, Sawatzki, Dittrich: Ausgezeichnetes Fernsehen
AP

Preisträger Plasberg, Boettinger, Sawatzki, Dittrich: Ausgezeichnetes Fernsehen

Düsseldorf - Die Mutter eines bei einem Verkehrsunfall getöteten Kindes, ein fahrerflüchtiger Täter - nicht gerade ein konventionelles Liebespaar, dessen Geschichte Christian Petzold ("Die innere Sicherheit") erzählt. Der Grimmepreis-Jury war das anspruchsvoll inszenierte und von Nina Hoss und Benno Fürmann exzellent gespielte Drama "Wolfsburg" gleich zwei Auszeichnungen für die beiden Hauptdarsteller in Gold wert. Auch der Autor und Regisseur des von ZDF und Arte koproduzierten Films erhält die Trophäe in Gold.

Ein weiterer Grimme-Preis in Gold geht an den schrullig-originellen Imbissbuden-Dauergast "Dittsche", der in Gestalt von Komiker Olli Dittrich das Fernsehpublikumm allwöchentlich mit abenteuerlichen Monologen zur Lage der Nation amüsiert.

Gleich vier Koproduktionen von ZDF und Arte werden mit dem Grimme-Preis geehrt: Die berührende Dokumentation "Die Rapoports - Unsere drei Leben", der Film "Hitlers Hitparade", das Porträt "Abdullah Ibrahim - A Struggle for Love" über den berühmten südafrikanischen Jazzmusiker und "Wolfsburg". In der Sparte "Information und Kultur" kam die ARD/MDR/WDR-Produktion "Damals in der DDR" zum Zuge. Bernadette Heerwagen und Rene Ifrah für die Darstellung sowie Autor Harald Göckeritz und Regisseur Miguel Alexandre wurden für die ARD/BR-Produktion "Grüße aus Kaschmir" prämiert.

TV-Entertainer Raab: Förderung junger Talente
DDP

TV-Entertainer Raab: Förderung junger Talente

TV-Clown und Moderator Stefan Raab bekommt den Preis für die Entdeckung und Förderung von Musiktalenten bei seinem bei ProSieben ausgestrahlten Gesangswettbewerb "SSDSGPS - Ein Lied für Istanbul" zuerkannt. "Das ist die unterschätzte, aber so schätzenswerte Seite des Stefan Raab", hieß es in der Begründung der Jury.

Das Spektrum der Auszeichnungen reicht in diesem Jahr ferner vom WDR-Polittalk "Hart aber fair" mit Frank Plasberg als Moderator über den Frankfurt-Tatort "Herzversagen" mit dem Ermittlerpaar Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf bis hin zum ZDF-Film "Kiss and Run", der laut Jury "durch Witz und Frische besticht und als wirkliche Entdeckung gelten kann". Die Preise für diese Produktion gehen an die Darsteller Ken Duken und Maggie Peren und an Regisseurin Annette Ernst.

Ausgezeichnet werden außerdem die Autorin Beate Langmaack sowie die Hauptdarsteller Henry Hübchen und Uwe Steimle für die "Gestaltung und Weiterentwicklung" des vom NDR produzierten "Polizeiruf 110". Einen Preis bekommt auch Autor und Regisseur Franz Xaver Bogner für die BR-Produktion "München 7", in der die Landeshauptstadt eine wichtige Hauptrolle spiele, erklärte die Jury.

Einen Grimme-Preis erhält auch Gert Scobel für die Redaktion und Moderation der Sendereihe "delta" und des Kulturmagazins "Kulturzeit", die beide von 3sat und ZDF gemeinsam produziert werden. Der Publikumspreis 2004 wurde dem zweiteiligen TV-Drama "Zeit der Wünsche" zuerkannt. Den Kultur-Sonderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen bekommt Ebbo Demant für Buch und Regie des Films "Neruda", einer Gemeinschaftsproduktion von ARD, SWR und Arte.

"Wolfsburg"-Star Nina Hoss: Großes Spiel, komplexes Drama
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"Wolfsburg"-Star Nina Hoss: Großes Spiel, komplexes Drama

Für tonangebende Leistungen als Filmkomponist erhält Klaus Doldinger bei der Grimme-Gala am 18. März eine "Besondere Ehrung". Doldinger komponierte die Musik für Filme wie "Das Boot" und "Liebling Kreuzberg" und habe "maßgeblich zur Qualität und Entwicklung des Mediums Fernsehen" beigetragen, so die Begründung des Deutschen Volkshochschul-Verbands, der als Mitträger des Grimme-Instituts fungiert.

Der Adolf-Grimme-Preis, gestiftet vom Deutschen Volkshochschul-Verband und seit 1964 vergeben, gilt als die renommierteste Auszeichnung für Qualitätsfernsehen in Deutschland. Geehrt werden alljährlich Produktionen und Fernsehleistungen, die laut Satzung "die spezifischen Möglichkeiten des Mediums Fernsehen auf hervorragende Weise nutzen und nach Inhalt und Methode Vorbild für die Fernsehpraxis sein können". Für außerordentliche Leistungen können Grimme-Preise in Gold vergeben werden.



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