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Medienkrise: "Brigitte" entlässt alle Textredakteure

"Brigitte"-Cover am Kiosk: Elf Redakteure müssen gehen Zur Großansicht
DPA

"Brigitte"-Cover am Kiosk: Elf Redakteure müssen gehen

Radikaler Umbau: Die Frauenzeitschrift "Brigitte" entlässt alle fest angestellten schreibenden Redakteure - und stockt dafür die Führungsebene auf.

Hamburg - Drastischer hätten die Sparmaßnahmen für die Frauenzeitschrift "Brigitte" nicht ausfallen können: Der herausgebende Verlag Gruner + Jahr kündigt an, betriebsbedingt allen schreibenden Redakteuren zu kündigen. Elf Planstellen werden damit zukünftig wegfallen. Derzeit sind bei den drei Print-Titeln "Brigitte", "Brigitte Woman" und "Brigitte Mom" 71 Mitarbeiter beschäftigt.

In einem internen Papier heißt es zu den Stellenstreichungen: "Zukünftig werden die Titel der 'Brigitte'-Gruppe von einem agilen, kreativen und flexiblen Kompetenzteam ausgedacht und produziert. Durch diese Strukturumstellung holt 'Brigitte' mehr Vielfalt und Potenzial von außen rein."

Im Klartext heißt das: Statt fest angstellter Autoren werden jetzt freie Mitarbeiter den kreativen Teil der Textproduktion liefern.

Es soll aber gleichzeitig eine neue "Führungsebene" in die Redaktionsstruktur integriert werden. Dafür sollen sechs Stellen geschaffen werden, die dann intern besetzt werden. Das heißt, es wird bei "Brigitte" zwar insgesamt weniger fest angestellte Mitarbeiter geben, dafür aber mehr Chefs.

Der Jahreszeiten-Verlag mit Frauen-Titeln wie "Für Sie" hatte schon 2010 einen ähnlichen Personalumbau bei seinen Magazinen vollzogen.

Hintergrund der Spar- und Umstrukturierungsmaßnahme bei der "Brigitte": Wie Anfang Oktober bekannt wurde, wird der kriselnde Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr zum 1. November komplett von dem Medienkonzern Bertelsmann übernommen. Gruner + Jahr hatte bereits im August angekündigt, in den kommenden drei Jahren rund 400 Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen. Angesichts rückläufiger Marktentwicklungen im Printgeschäft sollen in diesem Zeitraum 75 Millionen Euro eingespart werden. Das Geschäft mit digitalen Inhalten soll ausgebaut werden.

cbu

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insgesamt 98 Beiträge
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1. Die logische Konsequenz unseres Wirtschaftens
WwdW 29.10.2014
Vetreter versuchen Vertreter Dinge zu verkaufen, die Verteter nicht brauchen. Aber da nun mal alle Firmen nur noch Vertreter haben, um die Umsätze zu steigern, gibt es nur noch Vetreter als Abnehmer. Und Chefs bzw. Manager managen sich zukünftig gegenseitig und natürlich die Vertreter. Und wenn man in einer Firma alle Mitarbeiter rausschmeisst, dann hat man 0 Euro Lohnkosten. Das sind doch einfache Wahrheiten für wirtschaftliches Handeln. Warum folgt nicht jeder Firma dieser Logik - es ist doch so einfach.
2. Chefetagen - die wahren Kosten
marty_gi 29.10.2014
...ist schon komisch, dass immer wenn irgendwo gespart werden soll oder Gebuehren "aus Kostengruenden" angehoben werden muessen, die unteren Etagen die leidenden sind, aber die Chefetagen gepampert oder sogar noch aufgestockt werden. Ist es nicht volkswirtschaftlich sinnvoller, eine breite Kaeuferschicht mit Geld zu haben, als wenige mit sehr viel Geld?
3.
deus-Lo-vult 29.10.2014
Das ist dann das Ende von "Brigitte".
4. Gut aus gedacht!
specialsymbol 29.10.2014
Da hat es sich bei G+J wohl aus gedacht. Mehr Manager, weniger Leute, die die tatsächliche Arbeit machen - so sieht Qualitätsjournalismus aus. Wobei, Brigitte.. ach, passt schon.
5.
Mans Heiser 29.10.2014
Naja, dieselben dämlichen Diättipps rauf und runter kann wohl auch Google generieren...
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