Zeitungskrise: Gruner + Jahr verkündet Aus für "Financial Times Deutschland" 

Das Ende der "Financial Times Deutschland" ist besiegelt: Auf einer Mitarbeiterversammlung hat der Vorstand den Mitarbeitern der Zeitung die Entscheidung mitgeteilt. Mehr als 300 von ihnen verlieren ihre Jobs. Die letzte Ausgabe soll am 7. Dezember erscheinen.

"Financial Times Deutschland": Aus nach knapp 13 Jahren Zur Großansicht
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"Financial Times Deutschland": Aus nach knapp 13 Jahren

Hamburg - Die "Financial Times Deutschland" wird eingestellt. Dies teilte der Vorstand des Hamburger Verlagshauses Gruner + Jahr am Freitag auf einer Mitarbeiterversammlung mit. Insgesamt sollen 320 Arbeitsplätze wegfallen. Die Kündigungen sollen nicht mehr im Jahr 2012, sondern erst 2013 ausgesprochen werden. Das Traditionsmagazin "Capital" soll von Berlin aus weitergeführt werden, ebenso das vierteljährliche Heft "Business Punk".

"Die Belegschaft wird in einem großen Umfang ihre Jobs verlieren", sagte eine Sprecherin des Betriebsrats. Für die beiden Titel "Impulse" und "Börse Online" wird geprüft, ob sie verkauft werden oder ob sie durch ein Management-Buy-Out - also die Übernahme durch verlagsinterne Manager - weitergeführt werden können. Sollten die Gespräche nicht zu einem erfolgreichen Abschluss kommen, sei auch für diese beiden Wirtschaftsmagazine die Einstellung geplant.

Von den Maßnahmen sind bei den Blättern 314 Mitarbeiter direkt betroffen, weitere 50 in angrenzenden Verlagsbereichen. 258 Arbeitsplätze in Hamburg, 42 in Frankfurt am Main und 14 in weiteren Außenbüros fallen weg. 20 Beschäftigte sollen beim Magazin "Capital" weiterbeschäftigt werden. Für den Personalabbau habe der Verlagskonzern 40 Millionen Euro veranschlagt. Mit den Betriebsräten werde über einen Sozialplan verhandelt.

Wirtschaftsmedien von Gruner + Jahr machen weiter Verlust

Schon tagelang war über einen entsprechenden Vorschlag des Vorstands berichtet worden, die Einstellung der "FTD" nur noch eine Frage des Zeitpunkts. Zuletzt hatte Gruner + Jahr angeblich noch mit Investoren über einen Verkauf der Zeitung verhandelt. Sollte es ernsthafte Verhandlungen tatsächlich gegeben haben, sind diese gescheitert.

Gruner + Jahr gibt unter anderem Zeitschriften wie "Stern" und "Brigitte" heraus. Der Verlag gehört zu 74,9 Prozent dem deutschen Medien-Großkonzern Bertelsmann, 25,1 Prozent der Anteile hält die Hamburger Verlegerfamilie Jahr.

Die "FTD" war im Februar 2000 erstmals erschienen. Seit ihrer Gründung machte sie Verluste. Insgesamt soll die Zeitung in zwölf Jahren ein Defizit von 250 Millionen Euro eingefahren haben. Der Verlag hatte in der Finanzkrise 2008 seine Wirtschaftsmedien in Hamburg zusammengezogen, um Kosten zu reduzieren. "Zwar konnten erhebliche Einsparungen erzielt werden, diese reichten jedoch nicht aus, um die rückläufigen Anzeigenumsätze auszugleichen", teilte Gruner + Jahr mit. "Vor diesem Hintergrund sehen wir keinen Weg, die "Financial Times Deutschland" weiterzubetreiben", sagte G+J-Vorstandsmitglied Julia Jäkel.

Sie gehörte mit zum Gründungsteam des Blattes und stieg dort zur Verlagsleiterin "Editionen" auf, bevor sie 2004 in den Zeitschriftenbereich des Verlags wechselte. Die "FTD" sei eines der ambitioniertesten journalistischen Projekte der vergangenen Dekade gewesen, teilte Jäkel mit. "Es geht ein bedeutendes Kapitel deutscher Publizistik zu Ende."Auch 2012 würden die Wirtschaftsmedien einen deutlichen Verlust machen.

syd/kuz/Reuters/dpa/AFP/dapd

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insgesamt 53 Beiträge
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1.
acitapple 23.11.2012
sehr schade. sowohl für die mitarbeiter als auch für die stammleser. da muß dann wohl die finanz-"bild" herhalten, aka handelsblatt.
2. Eilmeldung
gg1963 23.11.2012
Zitat von sysopDas Ende der "Financial Times Deutschland" ist besiegelt: Auf einer Mitarbeiterversammlung hat der Vorstand den Mitarbeitern der Zeitung die Entscheidung mitgeteilt. Die letzte Ausgabe soll am 7. Dezember erscheinen. Gruner + Jahr verkündet Aus für "Financial Times Deutschland" - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gruner-jahr-verkuendet-aus-fuer-financial-times-deutschland-a-868371.html)
Wozu hier eine Eilmeldung, gibt es nichs Wichtigeres ?
3.
gbk666 23.11.2012
Und Tschüss, man wird sie kaum vermissen.
4. Der Traum von der Volksaktie...
petromax 23.11.2012
- ist seit dem Telekom-Desaster (Aktien für alle) ausgeträumt: Anzeigenkrise bei Zeitungen: Zusammenhalten in der Not | Medien*- Frankfurter Rundschau: Acht Zeitungsverlage starten eine gemeinsame Vermarktungsplattform für ihre Anzeigen. Sie haben begriffen: Vom Kochen ihrer eigenen Süppchen werden schließlich immer weniger satt. (http://www.fr-online.de/medien/anzeigenkrise-bei-zeitungen-zusammenhalten-in-der-not-,1473342,20938488.html) Dieser Artikel bringt es auf den Punkt. Auch wenn's Konkurrenz ist, danke für das Einstellen des Beitrags.
5. Immerhin keine Kündigung unterm Weihnachtsbaum
ponyrage 23.11.2012
Das war ja vermutlich der Grund für die Verschiebung der Kündigung in 2013.
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