Hamburg - Die "Financial Times Deutschland" ("FTD") soll eingestellt werden. Darauf hat sich der Vorstand des Hamburger Verlags- und Druckhauses Gruner + Jahr nach SPIEGEL-Informationen nun festgelegt. Die endgültige Entscheidung trifft aber der Aufsichtsrat des Unternehmens - er berät am Mittwoch.
Die Wirtschaftszeitschriften "Impulse" und "Börse Online", die ebenfalls Gruner + Jahr gehören, sollen nach dem Vorschlag des Vorstands verkauft werden. Nur das Wirtschaftsmagazin "Capital" soll der Verlag offenbar behalten - aber künftig von Berlin aus weiterführen. Über entsprechende Pläne des Vorstands hatte der SPIEGEL bereits am Sonntag berichtet.
Auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete am Dienstag über den Einstellungsbeschluss.
Bevor sie umgesetzt werden können, muss der Aufsichtsrat von Gruner + Jahr die Vorschläge des Vorstands bestätigen. Dem Vernehmen nach sind allerdings alle Beteiligten daran interessiert, die Unsicherheit der "FTD"-Mitarbeiter nicht noch zu verlängern. Mit einer endgültigen Entscheidung sei noch im Laufe der Woche zu rechnen, ist aus dem Unternehmen zu hören. Kündigungen sollen nach SPIEGEL-Informationen nicht mehr im Jahr 2012, sondern erst 2013 ausgesprochen werden. Ein Unternehmenssprecher von Gruner + Jahr, das auch Anteile am SPIEGEL hält, wollte den Plan zur Einstellung der "FTD" nicht kommentieren.
Die "FTD" war im Februar 2000 erstmals erschienen. Seit ihrer Gründung machte sie Verluste. Insgesamt soll die Zeitung in zwölf Jahren ein Defizit von 250 Millionen Euro eingefahren haben.
Erst in der vergangenen Woche hatte die "Frankfurter Rundschau" Insolvenz anmelden müssen. Auch diese Zeitung hatte seit Jahren rote Zahlen geschrieben.
hül/syd/kuz
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