Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Salzburger Sammlung: Noch mehr Kunstwerke bei Gurlitt gefunden

Gurlitt-Haus in Salzburg: Allein hier lagerten 238 Kunstgegenstände Zur Großansicht
REUTERS

Gurlitt-Haus in Salzburg: Allein hier lagerten 238 Kunstgegenstände

Der umstrittene Kunstschatz von Cornelius Gurlitt ist größer als gedacht: In seinem Salzburger Haus lagerten nicht nur 60, sondern sogar 238 Kunstgegenstände. Sie wurden in einem Teil des Hauses gefunden, der bisher nicht zugänglich war.

Salzburg/Hamburg - Erst war es ein Schwabinger Fund, dann wurde klar, dass auch in Salzburg Werke lagern - und nun schwillt auch dieser Fund nochmals auf das Vierfache an: In Cornelius Gurlitts Haus in Salzburg lagern um die 238 Kunstgegenstände. Das erklärte nun Gurlitts Sprecher, Stephan Holzinger.

Bei einer ersten Begehung des Hauses am 10. Februar 2014 wurden in dem Salzburger Haus bereits 60 Kunstgegenstände gefunden. Nun erfolgten weitere Begehungen am 24. und 28. Februar 2014, die laut Holzinger "insbesondere der Entfernung von sperrigen und unbrauchbaren Gegenständen auf beiden Etagen dienten". Dabei seien zahlreiche weitere Kunstgegenstände in einem "zuvor nicht zugänglichen Teil des alten Hauses" gefunden. Sie wurden in das gesicherte Lager gebracht, in dem sich bereits die anderen Exponate befinden, um sie vor Einbruch und Diebstahl zu schützen. Dort werden sie nach Bedarf restauriert und dokumentiert.

39 Ölgemälde, Picasso-Zeichnungen, Holzschnitte

Unter den Werken sind 39 Ölgemälde, darunter sieben Werke vom 1897 verstorbenen Landschaftsmaler Louis Gurlitt, dem Großvater von Cornelius Gurlitt. Die übrigen Ölgemälde und Aquarelle sind unter anderem von Monet, Corot, Renoir, Manet, Courbet, Pissaro, Gauguin, Toulouse-Lautrec, Liebermann, Cézanne und Nolde.

Der größte Teil des Salzburger Bestandes sind jedoch nicht Gemälde sondern Zeichnungen, die von Picasso oder Munch stammen. Auch Silbergefäße, Holzschnitte, Keramikschalen und Bronze-, Marmor- und Eisenkunstwerke wurden gefunden.

"Für den weiteren Umgang mit dem Salzburger Teil der Sammlung Gurlitt ist konkret beabsichtigt, renommierte internationale Experten für eine Provenienzforschung zu gewinnen, um die Herkunft der Bilder zweifelsfrei klären zu können", so Sprecher Holzinger. Dieser Weg werde dann "in eigener Initiative" gegangen und die Ergebnisse würden der Öffentlichkeit und damit etwaigen Anspruchstellern offengelegt, ergänzt Gurlitts Betreuer Edel.

Einer der Anwälte geschasst

"Sollten Werke unter begründetem Raubkunstverdacht stehen, dann gebt diese bitte an die jüdischen Eigentümer zurück" - so laute der Auftrag von Cornelius Gurlitt, den er Edel erteilt habe.

Einer der Gurlitt-Anwälte, Dr. Hannes Hartung, der bislang für die Gespräche mit Anspruchstellern zuständig war, wurde mit sofortiger Wirkung von sämtlichen Aufgaben des Mandats entbunden. Das erklärte Holzinger am Abend ohne Angabe von Gründen.

In Cornelius Gurlitts Münchner Wohnung war ein spektakulärer Kunstschatz gefunden worden, der im vergangenen Jahr die Kunstwelt in Atem hielt. Die Staatsanwaltschaft Augsburg stellte mehr als tausend Kunstwerke in der Wohnung sicher. Knapp 600 davon stehen im Verdacht, Raubkunst aus der Nazizeit zu sein. Nach Ansicht Gurlitts und seiner Anwälte wurden die Bilder zu Unrecht beschlagnahmt.

Die Staatsanwaltschaft leitete gegen Gurlitt Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ein. Um die Herkunft der Bilder kümmert sich eine eigens eingerichtete Taskforce "Schwabinger Kunstfund".

mia/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Unglaublich!
ausmisten 26.03.2014
Was sich Herr Gurlitt alles bieten lassen muss .Haus wird abgebildet , Klingelknopf ,Kunstwerke rechtswidrig gepfaendet . Der Fall Gurlitt belegt , dass wir in was auch immer leben , nur in keinen Rechtsstaat .Auch die Presse sollte sich hinterfragen , was ihr Auftrag ist !
2. Gutsherrenart der Demokratie
Berufskritiker 26.03.2014
Zitat von sysopREUTERSDer umstrittene Kunstschatz von Cornelius Gurlitt ist größer als gedacht: In seinem Salzburger Haus lagerten nicht nur 60, sondern sogar 238 Kunstgegenstände. Sie wurden in einem Teil des Hauses gefunden, der bisher nicht zugänglich war. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gurlitt-sammlung-mehr-werke-in-salzburg-als-gedacht-a-960986.html
Gibts das, dass der Mann einen Betreuer vor die Nase gesetzt bekommt, ganz nach deutscher Sitte in Altenheimen? So kommt man dann besser vor seinem Ableben an die Kunstgegenstände! Castro, Kim und Co. sind wohl nur Waisenknaben gegen die westlichen Rechtstaaten, oder?
3. Enteignung
venice66 26.03.2014
Zitat von sysopREUTERSDer umstrittene Kunstschatz von Cornelius Gurlitt ist größer als gedacht: In seinem Salzburger Haus lagerten nicht nur 60, sondern sogar 238 Kunstgegenstände. Sie wurden in einem Teil des Hauses gefunden, der bisher nicht zugänglich war. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gurlitt-sammlung-mehr-werke-in-salzburg-als-gedacht-a-960986.html
Staatlich gelenkte Enteignung kann man das auch nennen. In anderen Ländern landen für so ein Vergehen die Staatsanwälte im Bau.
4. irre
vielfeindvielehr 27.03.2014
Taskforce "Schwabinger Kunstfund". Klar, wenn sich da sonst keiner selbst anzeigt, muss man einen "Fund" fundieren. Schätze mal 20-50.000 Jahre in "Stuttgart Stammheim" für diesen .... wie nennen ? "Wert(e)sammler" ? Is au egal...
5.
DrGrey 27.03.2014
Zitat von sysopREUTERSDer umstrittene Kunstschatz von Cornelius Gurlitt ist größer als gedacht: In seinem Salzburger Haus lagerten nicht nur 60, sondern sogar 238 Kunstgegenstände. Sie wurden in einem Teil des Hauses gefunden, der bisher nicht zugänglich war. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gurlitt-sammlung-mehr-werke-in-salzburg-als-gedacht-a-960986.html
Ein Wunder das der nicht schon liquidiert wurde, von interessierten Kunstliebhabern, dem deutschen Staat oder Interessengemeinschaften die nach neuen Besitztümer gieren.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: