Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Fall Gurlitt: Staatsanwaltschaft gibt alle Kunstwerke frei

Cornelius Gurlitt vor seinem Wohnhaus (Archivbild): Neue Erkenntnisse im Ermittlungsverfahren Zur Großansicht
Babirad Picture

Cornelius Gurlitt vor seinem Wohnhaus (Archivbild): Neue Erkenntnisse im Ermittlungsverfahren

Die Staatsanwaltschaft Augsburg gibt wegen neuer Erkenntnisse im Ermittlungsverfahren gegen den Kunstsammler Gurlitt sämtliche beschlagnahmten Gemälde frei. Nun soll geklärt werden, welche Bilder in die Kategorie Raubkunst fallen.

Augsburg/Hamburg - Wende im Fall des Münchner Kunstschatzes: Wie die Staatsanwaltschaft Augsburg mitteilte, werden alle beschlagnahmten Gegenstände freigegeben. Das Steuerermittlungsverfahren selbst sei jedoch noch nicht beendet.

Vor zwei Jahren hatte die Behörde 1280 Bilder aus der Schwabinger Wohnung des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt unter Berufung auf den Verdacht auf ein Steuerdelikt beschlagnahmt. Zu diesem Zeitpunkt "war die Staatsanwaltschaft Augsburg uneingeschränkt von der Rechtmäßigkeit der Maßnahme überzeugt", heißt es in einer am Mittwoch versendeten Mitteilung. Im Zuge des Ermittlungsverfahrens hätten sich aber neue Erkenntnisse ergeben.

Erst am vergangenen Montag hatten der 81 Jahre alte Gurlitt und seine Anwälte einen Vertrag mit der Bundesregierung und dem Freistaat Bayern geschlossen. Darin erklärte Gurlitt sich bereit, seine Sammlung von Experten untersuchen zu lassen und unter Raubkunstverdacht stehende Werke gegebenenfalls zurückzugeben.

Spätestens in einem Jahr soll Gurlitt den als unverdächtig erklärten Teil seiner Sammlung zurückerhalten. Rund 500 Werke stehen unter dem Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein.

aar/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. optional
C. Schmidt 09.04.2014
Wenn die für die Rückgabe des unverdächtigen Anteils ein Jahr brauchen, sollten Köpfe rollen. Sie haben es geschafft, das Zeug binnen kurzer Zeit einzusacken, also gibt es keinen Grund, für die Rückgabe mehr als eine Woche zu benötigen. Zumal bei vielen Bildern (z. B. den von seinem eigenen Vater) noch nicht mal ein Anfangsverdacht wegen Raubkunst da sein dürfte.
2. Wie geil ist das denn?
gogo-mani 09.04.2014
"Läppische" zwei Jahre hat diese Staatsanwaltschaft gebraucht um diese Erklärung herauszugeben. Noch ein Jahr braucht sie um die Bilder zurückzugeben. Ich meine das ist peinlich. Hat dieser alte Herr dem Staat Bayern doch tatsächlich nicht den Gefallen getan früher zu sterben. Was passiert jetzt mit den zurückzugebenen Bildern? In seine Wohnung können sie nicht mehr. Diese Versicherung könnte sich keiner leisten. Also doch in ein Museum? Dann hätte der Staat doch erreicht was er wollte. Der zuständige Staatsanwalt bekommt dann den bayerischen Verdienstorden und wird Museumsdirektor.
3. Hmm
duke_van_hudde 09.04.2014
Tja und was soll jetzt geschehen.Wo sollen den die Bilder hin und wer zahlt für die sichehreit der Bilder. Ein der grössten Besitztümer von her gurlitt war das quasi neimand von dne Bildern wusste und er daher weder eine Versicherung noch Sicherheitsmassnahmen brauchte. Diese nicht zu bezifferten Wert hat der Staat ihn zerstört und ich denke er wird ihn nicht diesen Schadne ersetzen.Das er über ein Jahr nicht über seine Bilder verfügen konnte kommt noch hinzu. Wenn die bilder wirklich deutlich über 1 MRD wert sein sollte, dann würde es nur gerecht sein wenn hier ein riesiger Schadensersatz zu zahlen ist. Ich denke aber der Staat hat sich das shcon seine Gesetze geshcrieben das man Bürgenr einfahc so Sachen wegnehmen darf und keine Entshcädigung bezahlen muss.
4. 500 Bilder ist doch falsch????
mactor2 09.04.2014
Kürzlich gab es einen Film auf Arte über den Vorgang. Dabei wurde vom Staatsanwalt und der Kunstexpertin ausschließlich von 2-3 Bildern gesprochen die im Verdacht stehen Raubkunst zu sein. Alle anderen waren nicht in Verdacht. Komisch wenn es jetzt doch wieder über 500 Bilder sein sollen....
5. Der Fall Gurlitt
kaltwasser 09.04.2014
ist ein Anschlag auf den Rechtsstaat. Der im Artikel erwähnte Vertrag ist in seiner Form dubios. Herr Gurlitt hat einen amtlichen Betreuer, der letztlich die Entscheidungen trifft. Inwiefern Gurlitt noch ein freier Mann ist, dürfte zweilhaft sein. Es wäre die Aufgabe von Journalisten die Umstände seiner Lebenssituation zu prüfen und zu berichten.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: