Hamburg als Modell US-Ökonom Florida will Künstler an öffentlichem Eigentum beteiligen

Seine Thesen von der "Kreativen Klasse" stehen im Zentrum der Gentrifizierungsdebatte und haben in Hamburg ein vielbeachtetes Manifest inspiriert - jetzt nimmt der US-Ökonomieprofessor Richard Florida Stellung: Die Hansestadt könnte weltweit als Modell dienen.

Protestaktion im Hamburger Gängeviertel: "Künstlern Häuser anbieten"
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Protestaktion im Hamburger Gängeviertel: "Künstlern Häuser anbieten"


Hamburg - Im Streit um die Stadtentwicklung in Hamburg hat der amerikanische Wissenschaftler Richard Florida mehr Mitspracherechte für Künstler und Kulturschaffende gefordert. Hamburg sollte als erste Stadt der Welt vorangehen und Künstlern Eigentumsanteile in ihren Stadtteilen und Häusern anbieten, sagte der Professor an der Universität von Toronto dem ZDF-Kulturmagazin "Aspekte".

"Da diese Diskussion gerade in Hamburg stattfindet, könnte man einen Hamburger Dialog ins Leben rufen", sagte Florida. "Daraus könnten 'Hamburger Grundsätze' entstehen. Die Stadt könnte so weltweit als Modell dienen." Florida hat die Theorie der "Kreativen Klasse" entwickelt. Die Kreativen sind seiner Meinung nach der wichtigste Motor für das ökonomische Wachstum einer Stadt.

In Hamburg halten seit Ende August mehr als 200 Künstler Häuser im historischen Gängeviertel besetzt. Sie wollen damit die Pläne eines Investors verhindern, große Teile des Viertels für Neubauten abzureißen. Mit dem Manifest "Not in our Name - Marke Hamburg" haben sich weitere Kulturschaffende gegen die Stadtentwicklungspolitik Hamburgs gewandt. Sie beklagen, dass historisch gewachsene Viertel zerstört und ursprüngliche Bewohner und Künstler verdrängt werden.

Unter den inzwischen rund 2600 Unterzeichnern sind auch der Künstler Daniel Richter, der Schauspieler Peter Lohmeyer und der Musiker und Autor Rocko Schamoni.

sha/dpa



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