Theater Die fünf Revolutionen des Matthias Lilienthal

Drei Provinzbühnen wurden zu Deutschlands aufregendster Avantgarde-Adresse: Intendant Matthias Lilienthal hat das Berliner HAU umgekrempelt. Vom Publikum bis zu den Stücken blieb nichts, wie es war. Jetzt hört der gefeierte Theatermacher auf - und hinterlässt ein gewaltiges Erbe.

Von Christine Wahl


Drei kleine Bühnen im Berliner Szene- und Migrantenbezirk Kreuzberg, nah beieinanderliegend, aber aus unterschiedlichen Gründen dringend erneuerungsbedürftig: So präsentierte sich das Theaterkombinat Hebbel am Ufer 1 bis 3 (kurz: HAU) bei seiner Neugründung 2003. Dass Matthias Lilienthal der Richtige für die Leitung der neuartigen Spielstätte sein würde, vermuteten viele - schließlich hatte er als Frank Castorfs Chefdramaturg maßgeblich zum Aufstieg der Berliner Volksbühne beigetragen. Mit einem derartigen Erfolg dürfte trotzdem kaum jemand gerechnet haben: Lilienthal machte das HAU in Rekordgeschwindigkeit zu einer der Avantgarde-Adressen überhaupt. Gleich in der ersten Saison wurde die neue Theater-Trias in vom Fachblatt "Theater heute" zur Bühne des Jahres gekürt.

Noch HAU-Chef, bald Professor in Beirut: Theatermacher Matthias Lilienthal
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Noch HAU-Chef, bald Professor in Beirut: Theatermacher Matthias Lilienthal

Ende Juni verabschieden sich Lilienthal und sein Team nun vom HAU. Aus freien Stücken, weil der Theater-Workaholic zu jenen Leuten gehört, die lieber alle zehn Jahre etwas Neues tun als auf ihren angestammten Posten alt und starrsinnig zu werden. Aus diesem Anlass ziehen wir eine Bilanz in fünf Thesen, wie Lilienthal das HAU verändert hat - und die deutsche Theaterszene gleich mit.



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