Gesellschaft für deutsche Sprache "Heißzeit" ist Wort des Jahres 2018

Der Sommer war lang und warm, mancher sprach von einer "Heißzeit" - nun ist es das Wort des Jahres. Der Begriff setzte sich gegen Kandidaten wie "die Mutter aller Probleme" und "Diesel-Fahrverbot" durch.

Ausgetrocknetes Flussbett des Rheins im Sommer 2018
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Ausgetrocknetes Flussbett des Rheins im Sommer 2018


Das Wort des Jahres 2018 ist Heißzeit. Diese Entscheidung traf eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden. Sie thematisiert damit nicht nur einen extremen Sommer, der gefühlt von April bis November dauerte.

Ebenfalls angedeutet werden soll eines der gravierendsten globalen Phänomene des frühen 21. Jahrhunderts, der Klimawandel. Nicht zuletzt sei Heißzeit eine interessante Wortbildung. Mit der lautlichen Analogie zu Eiszeit erhalte der Ausdruck über die bloße Bedeutung "Zeitraum, in dem es heiß ist" hinaus eine epochale Dimension und verweise möglicherweise auf eine sich ändernde Klimaperiode, so die Jury in ihrer Begründung.

Die Gefahr einer globalen "Heißzeit" hatten Klimaforscher im August im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" heraufbeschworen - selbst wenn das Pariser Klimaabkommen eingehalten werde. Andere Experten hielten allerdings wiederum die "Heißzeit"-Debatte für "überhitzt". Ein Streit, derdurch die hohen Sommertemperaturen zusätzlich angeheizt wurde.

Auf den weiteren Plätzen landeten "Funklochrepublik" - spätestens seit dem letzten Bundestagswahlkampf sei die schlechte Mobilfunkabdeckung im ländlichen Raum ein politisches Thema -, sowie "Ankerzentren", in denen nach Plänen der Großen Koalition Flüchtlinge untergebracht werden sollen, bis sie in Kommunen verteilt oder aber - nach Ablehnung ihres Asylantrags - in ihr Herkunftsland abgeschoben werden.

Die komplette Top Ten

  • 1. Heißzeit
  • 2. Funklochrepublik
  • 3. Ankerzentren
  • 4. Wir sind mehr
  • 5. strafbelobigt
  • 6. Pflegeroboter
  • 7. Diesel-Fahrverbot
  • 8. Handelskrieg
  • 9. Brexit-Chaos
  • 10. die Mutter aller Probleme

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) kürt seit 1977 regelmäßig Wörter und Wendungen, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben. Die Jury setzt sich aus dem Hauptvorstand der Gesellschaft sowie den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen.

2017 war der Begriff "Jamaika-Aus" zum "Wort des Jahres" gekürt worden. In den Jahren zuvor wurden "postfaktisch" und "Flüchtlinge" herausgestellt, die die öffentliche Diskussion dominiert und das Jahr wesentlich geprägt haben.

feb

insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
tombadil1 14.12.2018
1.
Da muss wohl was an mir vorbei gegangen sein, wenn ich das angebliche Wort des Jahres gerade zum ersten Mal in meinem Leben gelesen bzw. gehört habe..
Roxxar 14.12.2018
2. Aha?!
Und warum beschäftigt man sich mit so einem sinnlosen Thema? Es gibt doch wohl wichtigeres als irgendein Wort aufs Treppchen zu setzen...
Claas Störtebeker 14.12.2018
3. Den Begriff habe ich noch nie gehört...
weder irgendwo gelesen, noch in den Nachrichten gehört. Und ich bin Medienaffin. Sehr seltsam...
Ienz 14.12.2018
4. Alle Jahre wieder...
...ein "Wort des Jahres", welches ich vorher noch nie gehört habe, und - nach einer kleinen Umfrage hier im Büro - hier auch sonst keiner. Welcher kleine erlauchte Kreis von Feulletonisten hat sich denn das wieder ausgedacht? Wie das "Jugendwort des Jahres": Braucht keiner.
Findus_1 14.12.2018
5. eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache...
...die wohl ihre Hauptaufgabe darin sieht, Wortschöpfung zu betreiben. Kein Mensch kennt "Heißzeit".
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