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Henri-Nannen-Preis 2014: SPIEGEL-Redakteurin gewinnt mit Gurlitt-Reportage

Verleihung des Henri-Nannen-Preis: SPIEGEL-Autoren freuen sich über zwei Auszeichnungen Fotos
DPA

Zum zehnten Mal ist in Hamburg der Henri-Nannen-Preis verliehen worden. Autoren des SPIEGEL erhielten die Auszeichnung in zwei Kategorien: Redakteurin Özlem Gezer schrieb die beste Reportage, über den Preis für die beste Investigativ-Recherche freute sich ein ganzes Team.

Hamburg - Von der NSA-Aufklärung bis zum Fall Gurlitt: Am Freitag ist in Hamburg der Henri-Nannen-Journalistenpreis 2014 verliehen worden. In mehreren Kategorien erhielten Reporter, Autoren und Fotografen die mit insgesamt 35.000 Euro dotierten Auszeichnungen.

Autoren und Redakteure des SPIEGEL wurden in gleich zwei Kategorien mit der begehrten Bronze-Statue ausgezeichnet: Als beste Reportage wurde der Text "Die Liebe seines Lebens" von SPIEGEL-Redakteurin Özlem Gezer gewertet. Der Beitrag beleuchtet das Leben des Kunsterben und Kunstsammlers Cornelius Gurlitt, der jahrzehntelang einen großteils von seinem Vater geerbten Kunstschatz hortete, in dem auch sogenannte Nazi-Raubkunst enthalten war. Gezer hatte den zurückgezogen lebenden Mann nach Bekanntwerden der Kunstsensation mehrere Tage begleitet.

Die Jury zeichnete zudem ein zehnköpfiges SPIEGEL-Team für die "beste investigative Leistung 2013" aus. In einer Titel-Geschichte (und gleichzeitig auf SPIEGEL ONLINE) hatten die Redakteure Nikolaus Blome, Hubert Gude, Ralf Neukirch, René Pfister, Marcel Rosenbach, Jörg Schindler, Gregor Peter Schmitz, Holger Stark sowie Laura Poitras und Jacob Appelbaum im Oktober aufgedeckt, dass der amerikanische Geheimdienst NSA das Mobiltelefon von Kanzlerin Merkel überwacht und die amerikanische Botschaft in Berlin als Horchposten benutzt hat.

Poitras wurde auch in der Kategorie "Pressefreiheit" ausgezeichnet. Die Journalistin dokumentiert seit Jahren die Arbeit der US-Sicherheitsdienste. Passend dazu gab es bei der Preisverleihung einen kleinen Coup: Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden wurde per Videobotschaft zugeschaltet und dankte in seiner Rede der US-Journalistin Poitras für ihre "riskante und gefährliche Arbeit".

Als bester Essayist wurde Wolfgang Uchatius von der Wochenzeitung "Die Zeit" mit dem Henri bedacht. In seinem Text "Soll ich wählen oder shoppen?" fragt sich der Autor, ob Konsumenten heute mehr Macht haben als Wähler. Die beste Dokumentation verfasste Malte Henk für die Zeitschrift "Geo" - sie beleuchtete die die Arbeit des Internationalen Roten Kreuzes.

Als beste Foto-Reportage zeichnete die Jury die Bilder von Moises Saman zu der Reportage "Im Reich des Todes" aus. Diese war im "Süddeutschen Zeitung Magazin" erschienen. Für sein Lebenswerk wurde der Publizist und Förderer der deutsch-französischen Freundschaft Alfred Grosser geehrt.

Die Auszeichnung in Form der bronzenen Henri-Skulptur erinnert an den Gründer des Magazins "Stern", Henri Nannen (1913-1996). Zur zehnten Preisvergabe waren rund 1200 Gäste gekommen, darunter Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD).

jbe/dpa

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    Seite 1    
1. Gratulation!
Tante_Frieda 17.05.2014
Gratulation an Özlem Gezer.Frau Gezer hat mit ihrer Berichterstattung über Herrn Gurlitt den Preis wirklich verdient!
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