Herrenmagazine Männerblatt "FHM" sucht solventen Verehrer

Bye-bye Busenblatt: Die Egmont Holding stellt die deutschsprachige Ausgabe der Männerzeitschrift "FHM" nebst Verlag ein. 14 Mitarbeiter sind betroffen. Der Lizenzgeber verhandelt allerdings bereits über eine Fortführung der Zeitschrift.

Sophia Thomalla auf dem Cover der "FHM": Schluss mit Bier und Bikinis
FHM

Sophia Thomalla auf dem Cover der "FHM": Schluss mit Bier und Bikinis


Hamburg - "FHM is sexy, funny & useful" - so lautet nach wie vor die auf der Facebook-Fanseite angegebene "Mission" der in Berlin erscheinenden deutschen Ausgabe der Männerzeitschrift "FHM". Doch dieser Slogan wirkte schon länger eher trotzig als wahrhaftig. Jetzt hat der Zeitschriftenkonzern Egmont Holding angekündigt, die Berliner Tochterfiliale Mitte Editionen zu schließen. Das bedeutet auch das Ende für "FHM" und 14 fest angestellte Mitarbeiter. "Happy Black Friday.....!", schreibt die Redaktion dann auch auf Twitter.

Die vorerst letzte Ausgabe erscheint am 9. Dezember. Der Bauer-Verlag, dem die Lizenz für "FHM" in Deutschland gehört, sucht bereits nach einem neuen Verlag für die Zeitschrift. Das teilte Bauer-Sprecherin Berit Sbirinda am Freitagnachmittag auf Anfrage mit. Einzelheiten wollte sie aber nicht nennen.

Die "FHM" ("For Him Magazine") richtete sich mit einer Mischung aus Sextipps, Autoartikeln und Bildern leichtbekleideter junger Frauen an Männer im Teenageralter, das bei diesem Geschlecht ja mitunter bis Mitte dreißig andauern kann. In der Redaktion wurde, gestützt auf zahlreiche Leserbriefe, gerne mal vermutet, dass etliche Leser des Heftes hinter hohen Mauern zu finden waren: in Gefängnissen und Bundeswehr-Kasernen.

Mit Bildstrecken von Sonya Kraus und Jennifer Lopez war "FHM Deutschland" im Jahr 2000 gestartet. Es war damals die 14. internationale Ausgabe des Magazins. Egmont übernahm das Heft fünf Jahre später. Seitdem brach der Einzelverkauf um die Hälfte ein, ein Viertel der Auflage schwand. Im September verkauften sich noch rund 126.000 Exemplare. Die eigene Website wurde schon im Sommer aufgegeben. Damals wurde der Umzug der Online-Aktivitäten auf Twitter und Facebook noch mutig bis wegweisend genannt.

Inhaltlich eher einfach gestrickte Männermagazine hatten es zuletzt schwer. Ein Überangebot an kostenloser Soft- und Hardcore-Pornografie im Internet ließ die Auflagen schrumpfen. Der Bauer-Verlag versuchte sich 2004 mit einer "FHM"-Konkurrenz. Nach nur vier Jahren wurde "Matador" aber wieder begraben, zuletzt verkaufte sich das Heft 163.000 Mal. "In einem außerordentlich schwierigen Marktumfeld konnten die wirtschaftlichen Ziele nicht erreicht werden", teilte Bauer damals mit.

So ähnlich klingt es nun bei der Egmont Holding zur "FHM": Trotz zuletzt positiver Entwicklung sehe man "derzeit keine Perspektive, den Verlag Mitte Editionen GmbH erfolgreich weiter zu führen". Die Lizenz für das erstmals im Frühjahr in Deutschland erschienene Männer-Modemagazin "L'Officiel Hommes" falle an den Lizenzgeber Les Édtions Jalou zurück. Der beabsichtige, das Heft in Deutschland weiterzuführen.

ore/kuz

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