"Herzog" abgesetzt Schlechte Zeiten für TV-Juristen

Erst setzte RTL die Juristen-Serie "Die Anwälte" mit Kai Wiesinger ab, jetzt muss auch Niels Ruf mit seiner Scheidungsanwalt-Comedy "Herzog" nach nur drei Folgen weichen. Der Sender sucht nun einen "männeraffineren" Sendeplatz.


Köln - Es lag also nicht daran, dass den Zuschauern Kai Wiesingers "Anwälte" zu bierernst waren. Auch die Comedy-Reihe "Herzog" wird nun nach lediglich drei ausgestrahlten Folgen von RTL abgesetzt. "Die Anwälte", mit viel Geld und guten Darstellern eigenproduziert, mussten vor zwei Wochen nach nur einer mäßig erfolgreichen Folge weichen.

Auch bei "Herzog" nannte der Sender heute die schlechte Quote als Grund für die verfrühte Demission des chaotischen Scheidungsanwalts gleichen Namens, gespielt von Niels Ruf. Der 34-jährige TV-Moderator hatte mit "Herzog" sein Debüt als Serienschauspieler gegeben. Die Kritik war größtenteils begeistert von den beiden neuen Juristen-Formaten auf RTL.

Comedian Ruf als "Herzog": Aus nach drei Folgen
RTL

Comedian Ruf als "Herzog": Aus nach drei Folgen

In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen habe "Herzog" allerdings nur einen Marktanteil von 9,5 Prozent gehabt, sagte eine RTL-Sprecherin. Bei den Zuschauern ab drei Jahren betrug der Marktanteil 5,7 Prozent. Generell gilt bei den Privatsendern: Alles unter 10 Prozent Marktanteil ist ein Flop, egal, ob eine Serie neu ist und Eingewöhnung seitens des Publikums verlangt.

Nun sucht der Sender einen "männeraffineren Sendeplatz" für die Serie, die bislang am Freitag um 21.45 Uhr ausgestrahlt wurde. Freitags werden stattdessen nun Doppelfolgen von "Angie" mit Mirja Boes gesendet.

bor/ddp



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