Hintergrund Unesco Weltkulturerbe


Die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation) hat 1972 die Welterbe-Konvention verabschiedet, die mittlerweile mehr als 160 Länder unterzeichnet haben. Ziel ist es, weltweit herausragende Kulturgüter und Naturgebiete zu erfassen und dauerhaft als Erbe der gesamten Menschheit zu sichern. Für eine Anerkennung als Welterbe werden hohe Anforderungen gestellt. So muss belegt werden, dass ein Gebiet weltweit einzigartig ist und einen außergewöhnlich universellen Wert aufweist.

Für die jeweiligen Länder bedeutet die Aufnahme in die Welterbeliste vor allem einen Prestigegewinn. Damit verpflichten sie sich aber auch, die Kultur- und Naturdenkmäler zu erhalten und zu schützen. Einen finanziellen Vorteil bringt die Aufnahme in die liste nicht.

Bislang sind insgesamt 730 Denkmäler in 125 Ländern als Welterbe verzeichnet. Dazu gehören beispielsweise die Chinesische Mauer, die magische Inka-Stadt Machu Picchu oder die Galápagos-Inseln. Deutschland ist mit insgesamt 27 Denkmälern vertreten:

  • Die Fossilien-Grube Messel bei Darmstadt
  • Der Dom zu Aachen mit der Pfalzkapelle Karls des Großen von 800
  • Die mittelalterliche Altstadt von Lübeck
  • Der Dom zu Speyer (1030-1106)
  • Die Wallfahrtskirche "Die Wies" (1745-1754) als Hauptwerk des Rokoko
  • Die Würzburger Residenz (1720-1744) von Balthasar Neumann als bedeutendster Schlossbau des deutschen Barock
  • Die Barock-Schlösser Augustusburg (1725-1728) und Falkenlust (1729- 1740) bei Brühl
  • Die römischen Denkmäler (1. bis 3. Jahrhundert n. Chr.) und der Dom (im Kern 4. Jahrhundert) zu Trier
  • Der Dom (1054-1079) und die Michaeliskirche (1010-1033) in Hildesheim
  • Die Schlösser und Parks von Sanssouci (1745-1747) und Berlin
  • Die Benediktinerabtei Lorsch mit der 764 erbauten karolingischen Torhalle
  • Das Silbererz-Bergwerk Ramelsberg (der Abbau begann 965) und die Altstadt von Goslar (922 erstmals erwähnt)
  • Das Zisterzienserkloster Maulbronn (1147 gegründet), die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen
  • Die Altstadt von Bamberg (902 erstmals urkundlich erwähnter Bischofssitz) mit Barockbauten und Gartenanlagen
  • Die Altstadt von Quedlinburg
  • Die Eisenhütten von Völklingen
  • Der Kölner Dom
  • Die Einrichtungen des Bauhauses in Dessau und Weimar
  • Die Luther-Gedenkstätten in Sachsen-Anhalt: Geburts- und Sterbehaus Luthers (1483-1546) in Eisleben, das Melanchthon-Haus und ein Zimmer Luthers sowie die Schlosskirche in Wittenberg
  • Das "klassische Weimar": Elf Objekte und Ensembles
  • Die Berliner Museumsinsel als "einzigartiges Ensemble von Museumsbauten, das die Entwicklung modernen Museums-Designs über mehr als ein Jahrhundert illustriert"
  • Die Wartburg als "hervorragendes Denkmal der Periode der Lehnsherrschaft in Mitteleuropa", als Zufluchtsort Luthers, wo der Reformator (1483-1546) das Neue Testament ins Deutsche übersetzte, und als Symbol für deutsche Integration und Einheit.
  • Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich als Beispiel für die Umsetzung philosophischer Prinzipien der Aufklärung in der Landschaftsgestaltung
  • Die Bodensee-Insel Reichenau als Zeugnis für ein Benediktinerklosters des Mittelalters
  • Ostsee-Hansestädte Stralsund und Wismar
  • Mittelrheintal zwischen Koblenz und Bingen



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