Holocaust-Forschung FU Berlin bekommt riesiges Video-Archiv

Als erste europäische Einrichtung hat die Freie Universität Berlin Zugang zum Archiv der "Shoah Foundation" bekommen, dem Projekt des Regisseurs Steven Spielberg. Mehr als 50.000 Video-Interviews mit Holocaust-Überlebenden sind nun für Wissenschaftler und Studenten abrufbar.


Berlin - "Geschichte besteht nicht nur aus Zahlen und Fakten, sondern auch aus persönlichen Lebenswegen und Schicksalen", sagte der Präsident der Freien Universität Berlin, Dieter Lentzen, bei der Präsentation des Archivs des "Shoah Foundation Institute for Visual History and Education". Studierende, Lehrende und Forschende haben nun Zugang zu rund 52.000 Videos: Interviews mit Überlebenden und Zeitzeugen des Holocaust aus 56 Ländern in 32 Sprachen.

Regisseur Spielberg: Initiator der "Shoah Foundation"
AP

Regisseur Spielberg: Initiator der "Shoah Foundation"

Der Direktor der Shoah Foundation, Douglas Greenberg, sagte: "Eines der wichtigsten Ziele unseres Instituts ist es, den Zugang zu dem Archiv einem möglichst großen und breiten Publikum zu ermöglichen." Bislang verfügen vier US-Universitäten über einen elektronischen Zugang zu dem Archiv. Im Jüdischen Museum Berlin sind seit 2004 rund 1050 deutschsprachige und in Deutschland geführte Video-Interviews der "Shoah Foundation" einsehbar.

Das Archiv der Shoah Foundation entstand durch eine Initiative des US-Regisseurs Steven Spielberg während der Dreharbeiten zum Film "Schindlers Liste". Ein Großteil der Interviewten sind Holocaust-Überlebende: Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und politisch Verfolgte.

ner/dpa



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