Holocaust-Serie "Ein Stück Himmel" Schauspielerin Dana Vávrová ist tot

Ihre Rolle als jüdisches Mädchen in dem Holocaust-Drama "Ein Stück Himmel" machte Dana Vávrová über Nacht berühmt. Jetzt ist die Schauspielerin und Ehefrau von Regisseur Joseph Vilsmaier im Alter von nur 41 Jahren verstorben.


München - Die Schauspielerin und Ehefrau des Münchner Regisseurs Joseph Vilsmaier erlag am Donnerstag einem Krebsleiden, wie Vilsmaiers Agentur am Freitag einen Zeitungsbericht der "tz" bestätigte.

Schauspielerin Vávrová: Mit "Ein Stück Himmel" 1982 über Nacht zum Star
DPA

Schauspielerin Vávrová: Mit "Ein Stück Himmel" 1982 über Nacht zum Star

Sie hinterlässt drei gemeinsame Töchter. "Die Familie trauert in aller Stille und bitte herzlich darum, von Beileidsbekundungen aller Art abzusehen", ließ Vilsmaier über seine Agentur mitteilen. Vávrová wurde nur 41 Jahre alt.

In ihrer Heimat Tschechien war Dana Vávrová bereits als Kind eine gefragte Schauspielerin, bevor es sie Anfang der achtziger Jahre nach Deutschland verschlug. Ihre Rolle der Janina David im TV-Mehrteiler "Ein Stück Himmel" machte sie 1982 quasi über Nacht berühmt.

Für die Darstellung des jüdischen Mädchens, das sich nach der deutschen Invasion Polens im Zweiten Weltkrieg versteckt, wurde sie unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis und der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Es folgten Rollen in Filmen wie Milos Formans "Amadeus" (1984) und Jindrich Poláks "Pan Tau – der Film" (1988).

1988 erhielt sie für ihre Hauptrolle der Bäuerin im Kassenhit "Herbstmilch" 1988 den Deutschen Filmpreis in Gold. Regie führte Joseph Vilsmaier, den Vávrová bereits 1986 geheiratet hatte.

Vávrová wirkte dann unter anderem in seinen Filmen "Rama Dama" (1990) über das Schicksal einer Münchner Trümmerfrau, "Stalingrad" (1992), "Schlafes Bruder" (1995) und "Comedian Harmonists" (1997) mit. Ihr Regiedebüt legte sie 1997 mit einer Dokumentation über den österreichischen Musiker Hubert von Goisern vor. Es folgten die Spielfilme "Hunger - Sehnsucht nach Liebe" und "Der Bär ist los" (2000).

Gemeinsam führten Vávrová und Vilsmaier beim Kinofilm "Der letzte Zug" (2006) Regie, der den Leidensweg jüdischer Berliner schildert, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in das Vernichtungslager Auschwitz verschleppt werden.

Das Ehepaar wurde für das Drama 2007 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Für ihre Leistungen erhielt Vávrová unter anderem auch das Bundesverdienstkreuz.

sta/dpa/ddp



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