"I Am Legend" Science-Fiction-Autor Richard Matheson ist tot

In Hollywood war er schon zu Lebzeiten eine Legende: Die Geschichten des Science-Fiction-Autors Richard Matheson inspirierten zahlreiche Filme, darunter Steven Spielbergs Debüt oder den Will-Smith-Blockbuster "I Am Legend". Nun ist der Schriftsteller gestorben, er wurde 87 Jahre alt.

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Seine "ironische und ikonenhafte Vorstellungskraft hat bahnbrechende Science-Fiction-Geschichten erschaffen", sagte Steven Spielberg über den Mann, der das Drehbuch für sein Spielfilmdebüt "Duell" (1971) schrieb: Richard Matheson ist am Sonntag in seinem Haus im kalifornischen Calabasas eines natürlichen Todes gestorben, berichten US-Medien. Der amerikanische Science-Fiction-Schriftsteller wurde 87 Jahre alt.

Der Autor lieferte den Stoff für zahlreiche Hollywood-Filme, darunter "I Am Legend", der zuletzt 2007 mit Will Smith in der Hauptrolle verfilmt wurde, "Echoes - Stimmen aus der Zwischenwelt" mit Kevin Bacon (1999) und "Hinter dem Horizont" mit Robin Williams (1998).

Richard Matheson kam in Allendale (New Jersey) zur Welt, wuchs in Brooklyn auf und studierte an der Universität von Missouri Journalismus. Als er 1951 nach Kalifornien kam, hatte er bereits seine erste Science-Fiction-Kurzgeschichte veröffentlicht. Hollywood wurde bald auf ihn aufmerksam und sein 1956 erschienener Roman "The Shrinking Man" wurde von Jack Arnold verfilmt (deutscher Titel: "Die unglaubliche Geschichte des Mister C."). Vincent Price, Peter Lorre und Boris Karloff spielten 1963 in der Verfilmung von Mathesons Roman "The Comedy of Terrors" ("Ruhe sanft GmbH").

"I Am Legend" wurde dreimal verfilmt

Ins Deutsche übersetzt wurden fünf seiner Romane, darunter auch "Hell House" ("Das Höllenhaus"), und mehrere Kurzgeschichtensammlungen. Sein Faible für die kurze Form nutzte Matheson auch für Drehbücher zu der Horror- und Science-Fiction-Reihe "The Twilight Zone". "Seine Folgen zählten zu meinen liebsten", sagte Spielberg, der Richard Matheson in eine Reihe stellte mit Autoren wie Ray Bradbury und Isaac Asimov. Der Science-Fiction-Erfolgsautor Stephen King zählt Matheson zu seinen Vorbildern und widmete ihm 2006 den Roman "Cell".

Sein Roman "I Am Legend" über einen Überlebenden der Apokalypse (auf Deutsch zunächst als "Ich, der letzte Mensch" erschienen) wurde gleich dreimal verfilmt: 1964 mit Vincent Price in der Hauptrolle, 1971 als "Der Omega-Mann" mit Charlton Heston und schließlich ausgesprochen erfolgreich von Francis Lawrence mit Will Smith als letztem Mann auf Erden.

Noch 2009 kam der Film "The Box" mit Cameron Diaz in der Hauptrolle heraus, der auf einer Kurzgeschichte Mathesons aus dem Jahre 1970 basiert. Und auch "Real Steel" mit Hugh Jackman (2011) baut auf einer Matheson-Vorlage auf.

Richard Matheson adaptierte für Film und Fernsehen Werke von Edgar Allan Poe und Jules Verne, oft für Regisseur Roger Corman. Dieser sagte nun der "Los Angeles Times", Matheson sei ein enger Freund gewesen "und der beste Drehbuchautor, mit dem ich je gearbeitet habe. Ich habe immer seinen ersten Entwurf gedreht. Ich werde ihn vermissen."

feb/dpa/AP/Reuters



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Seite 1
h.hass 25.06.2013
1.
Richard Mathesons Name wird immer verbunden sein mit so großartigen Filmklassikern wie "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C.", "Das Pendel des Todes", "Der Omega-Mann" oder "Duell". Die unglaublichen Geschichten des Mr. M. haben Generationen von Fans in ihren Bann gezogen - dafür gebührt ihm unser Dank und unser Respekt. He was legend.
skilliard 25.06.2013
2. Großartiger Autor
Wie traurig: Wieder ist ein großartiger Künstler mit Tiefgang verstorben. Er weiß jetzt aus erster Hand, wie es "Hinter dem Horizont" aussieht. Danke für die vielen Stunden mit tollen Geschichten.
tillell 25.06.2013
3. Und nicht nur die Filme ....
.... denn die Bücher wie "The Shrinking Man" oder "I'm Legend" sind noch viel besser und spannender als das, was Hollywood daraus gemacht hat.
skilliard 25.06.2013
4. I'm Legend
Zitat von tillell.... denn die Bücher wie "The Shrinking Man" oder "I'm Legend" sind noch viel besser und spannender als das, was Hollywood daraus gemacht hat.
Vor allem "I'm Legend" sei den Lesern ans Herz gelegt. Das Hollywood Happy-End der Verfilmung mit Will Smith hat so gar nichts mit dem Roman zu tun. Der ist sehr viel eindringlicher.
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