Hochhauspreis für "Bosco Verticale" Die Besten sind grün

Zwei riesige Gebäude - und knapp 800 Bäume an der Fassade: Der Wohnhauskomplex "Bosco Verticale" in Mailand ist mit dem Internationalen Hochhaus Preis ausgezeichnet worden.

Kirsten Bucher

Frankfurt am Main - Zwei Türme ragen im Norden Mailands in den Himmel, rechteckiger Grundriss, 80 und 112 Meter hoch - und vor allem: grün. Knapp 800 Bäume zieren die Außenfassaden der Hochhäuser, hinzu kommen 5000 Sträucher und 11.000 Bodendeckerpflanzen. Dem Grün hat das Projekt seinen Namen zu verdanken: "Bosco Verticale" - der vertikale Wald.

Entworfen wurden die Häuser von dem Architekturbüro Boeri Studio und dem Bauherrn Manfredi Catella. Ihre Arbeit wurde jetzt mit dem Internationalen Hochhaus Preis ausgezeichnet: Er ist mit 50.000 Euro dotiert und wird seit 2004 alle zwei Jahre von der Stadt Frankfurt am Main zusammen mit dem Deutschen Architektur-Museum und der Deka-Bank vergeben.

Eine Jury unter dem Vorsitz des Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven wählte "Bosco Verticale" aus 26 nominierten Projekten und fünf Finalisten zum innovativsten Hochhausneubau der vergangenen zwei Jahre. Ingenhoven war zuletzt für das Bürogebäude 1 Bligh Street selbst mit dem Preis ausgezeichnet worden.

"Bosco Verticale" sei Ausdruck des allumfassenden menschlichen Bedürfnisses nach Grün, heißt es in der Begründung der Jury. "Die 'bewaldeten Hochhäuser' sind ein anschauliches Beispiel einer Symbiose von Architektur und Natur." Das Projekt dient laut Jury als Vorbild für die Bebauung dichter Gebiete in anderen europäischen Staaten.

Eins der Häuser ist 19 Stockwerke hoch, das andere 27. Es gibt in den Gebäuden insgesamt 113 Wohnungen - und jede davon hat Zugang zu mindestens einer Terrasse, die einem kleinen Garten oder einem kleinen Waldstück gleicht. Bilder des Gebäudes sowie die anderen Architekturprojekte, die es ins Finale geschafft haben, sehen Sie in dieser Bildergalerie.

aar

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insgesamt 5 Beiträge
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quark@mailinator.com 19.11.2014
1. Schön, schön ...
Sieht ja nett aus ... Und wenn DE seine Billion aus dem Target 2 System von den Südstaaten zurück hätte, könnten auch bei uns mal wieder nette Sachen gebaut werden und nicht nur in Spanien und Italien. Schon irgendwie frustrierend, daß die ihre Immobilienblase mit Geld finanziert haben, daß der Bundesrepublik nun schulden.
gisela.schwan 19.11.2014
2. Natürlich hat kein deutsches Projekt gewonnen
Hier wird nur langweilig bis gar nicht gebaut und wenn dann nur in Ostdeutschland. Toll, echt. Wir sind reich und haben ungemein vom Euro profitiert. Man sieht es in ganz Europa.
spon-facebook-10000734904 19.11.2014
3.
Zitat von quark@mailinator.comSieht ja nett aus ... Und wenn DE seine Billion aus dem Target 2 System von den Südstaaten zurück hätte, könnten auch bei uns mal wieder nette Sachen gebaut werden und nicht nur in Spanien und Italien. Schon irgendwie frustrierend, daß die ihre Immobilienblase mit Geld finanziert haben, daß der Bundesrepublik nun schulden.
Das bezweifele ich. Selbst wenn die Summe drei, oder sogar vierfach zurückgezahlt werden würde, würde man hierzulande weiterhin quadratische und praktische Häuschen in Einheitsweiß oder Grau-Beige, mit spitzem Dach, roten oder lila Rallystreifen und kleinen Fenstern bauen.
Otis 19.11.2014
4.
Nur leider zuwenig Infos - Photos, Mietkosten etc Die Idee von "Bosco Verticale" finde ich jedenfalls wundervoll. Ich dachte, Mietshaus und Etagenwohnung wäre für mich nie mehr möglich. Aber wenn sowas in Hamburg stehen würde.. - und natürlich die Miete(!) bezahlbar - könnte ich vielleicht schwach werden.
Mr._X. 19.11.2014
5. und wer denkt an die ansässige Bevölkerung?
Klar sieht das Teil erstmal schön amzuschauen, aber wer kann sich dort denn schon eine Wohnung kaufen. 8000 bis 16000 Euro/qm sind doch etwas viel. Hinzu kommt ein erheblicher Schaden, der durch das Gebäude in der sozialen Struktur des Viertels entsteht. Wenn so die Stadtprojekte der Zukunft aussehen, dann Gute Nacht!
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