Kunstschätze im Irak Das haben die Plünderer übrig gelassen

Im Irakkrieg stürmten Plünderer das Nationalmuseum, sie stahlen mehr als 15.000 Objekte. Nach zwölf Jahren hat das Haus jetzt wieder geöffnet - und zeigt Schätze aus der Zeit der ersten Hochkulturen der Menschheit.

AP

Bagdad - Das irakische Nationalmuseum in Bagdad verfügte einst über eine der größten archäologischen Sammlungen der Welt. Doch während der US-geführten Invasion im Jahr 2003 ist es geplündert worden. Mehr als ein Jahrzehnt hat es gedauert - jetzt können Kunstinteressierte das Haus wieder besichtigen.

"Wir haben uns in den vergangenen Monaten auf die Wiedereröffnung vorbereitet, nun soll das Museum für alle Menschen zugänglich sein", sagte der stellvertretende Minister für Tourismus und Altertümer, Kais Hussein Raschid.

Bei der Plünderung vor zwölf Jahren waren mehr als 15.000 Objekte gestohlen worden. 4300 davon wurden nach Expertenangaben wiedererlangt. Raschid zufolge wird auf Märkten und bei Auktionen weiter nach mehr als 10.000 verschwundenen Artefakten gesucht. Die wichtigsten Objekte seien jedoch inzwischen aufgespürt worden.

Heute können Besucher wieder Schätze aus altorientalischer und islamischer Zeit in dem Museum bewundern. Die Sammlung dokumentiert die wechselvolle Geschichte des Zweistromlands, in dem einst die Kulturen der Sumerer und Babylonier ihre Hochzeit erlebten.

"Wir werden die Zivilisation bewahren und diejenigen ausfindig machen, die sie zerstören wollen", sagte Iraks Ministerpräsident Haider al-Abadi bei der Zeremonie zur Wiedereröffnung des Bagdader Museums.

Aktuell sorgt die Zerstörungswut der IS-Dschihadisten in Mossul für Empörung. Ihr Hass macht auch vor unschätzbaren Kunstwerken keinen Halt. In einem am Donnerstag veröffentlichten Video waren IS-Extremisten im Museum von Mossul zu sehen, wie sie Statuen von ihren Podesten stoßen und mit Vorschlaghämmern zerschlagen.

bos/AFP/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
triple-x 28.02.2015
1. Wer suchet, der findet...
"Wir werden die Zivilisation bewahren und diejenigen ausfindig machen, die sie zerstören wollen". Einen Namen kann man ohne Probleme benennen: George W. Bush jr., der mit seiner Destabilisierung der gesamten Region die Grundlage für Plünderungen, Zerstörungen und Anarchie gelegt hat. Die Welt sähe heute glücklicher aus, hätte es diesen Deppen mitsamt seiner republikanischen Kriegs- und Waffenentourage nie gegeben.
hevopi 01.03.2015
2. Wenn diese Einnahmequellen
der Dschihadisten + Einnahmen aus Ölgeschäften endlich gestoppt würden, hätte das mehr Wirkung als viele Bomben, die auch Unschuldige treffen. Übrigens: Ich hoffe, dass alle Kulturschätze, die von Käufern erworben werden, natürlich ohne Erstattung beschlagnahmt werden und wem nachgewiesen werden kann, dass er bewußt Geschäfte mit Mördern macht, der muß selbstverständlich nach unserem Rechtssystem, genauso wie Bankster bestraft werden.
asedky 01.03.2015
3.
menschen die die geschichte verachten und zerstoeren haben keine zukunft
Newspeak 01.03.2015
4. ...
Zitat von hevopider Dschihadisten + Einnahmen aus Ölgeschäften endlich gestoppt würden, hätte das mehr Wirkung als viele Bomben, die auch Unschuldige treffen. Übrigens: Ich hoffe, dass alle Kulturschätze, die von Käufern erworben werden, natürlich ohne Erstattung beschlagnahmt werden und wem nachgewiesen werden kann, dass er bewußt Geschäfte mit Mördern macht, der muß selbstverständlich nach unserem Rechtssystem, genauso wie Bankster bestraft werden.
Also gar nicht, oder wie meinen Sie? Ist schon ein Bankster bestraft worden? Wer sollte das gewesen sein?
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