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Islam-Debatte: Günter Wallraff will in Moschee aus "Satanischen Versen" lesen

Der Journalist Wallraff und der Schriftsteller Rushdie sind enge Freunde. Nun will Wallraff in einer Kölner Moschee aus dessen "Satanischen Versen" lesen. Irans Revolutionsführer Khomeini hatte nach der Veröffentlichung dieses Buchs eine Fatwa gegen Rushdie ausgesprochen.

Köln - Der Journalist Günter Wallraff will in einer Kölner Moschee aus Salman Rushdies "Satanischen Versen" lesen. Man müsse den Träger der Moschee, die Türkisch-Islamische Anstalt für Religion (Ditib), beim Wort nehmen, sagte Wallraff in einem Interview, das der "Kölner Stadt-Anzeiger" morgen veröffentlichen will. "Sie will sich öffnen und in die Moschee zu kulturellen Veranstaltungen einladen." Der Dialogbeauftragte der Ditib, Bekir Alboga, wolle das Vorhaben nun innerhalb der Organisation zur Diskussion stellen.

Wallraff: "Den Träger der Moschee beim Wort nehmen"
DDP

Wallraff: "Den Träger der Moschee beim Wort nehmen"

"Salman Rushdie war ja eine Zeit lang bei mir versteckt", sagte Wallraff. "Ich habe damals eine Unterschriftenaktion für ihn und sein Buch gestartet, auch bei Muslimen. Unterschrieben haben ausschließlich Intellektuelle, die dem islamischen Kulturkreis angehören, aber keine Moscheegänger sind. Alle anderen Muslime nicht, weil sie die Fatwa entweder befürworteten oder sich zumindest aus einem falsch verstandenen Zugehörigkeitsgefühl nicht dagegen verwahren wollten."

Er sei der Überzeugung, dass jemand, der die Fatwa gegen Rushdie akzeptiere, doch zumindest den Inhalt des Buches kennen müsse, und deshalb wolle er daraus vorlesen. Der iranische Revolutionsführer Ajatollah Khomeini hatte 1989 eine als Fatwa bezeichnete Todesdrohung gegen Rushdie ausgesprochen.

asc/dpa

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