Türkei Syrischer Filmemacher in Istanbul niedergestochen

In Istanbul ist ein oppositioneller Filmemacher aus Syrien angegriffen worden. Er kam ins Krankenhaus, seine Frau spricht von einem "Mordversuch".

Istanbul (Archiv)
AFP

Istanbul (Archiv)


Ein oppositioneller Filmemacher aus Syrien ist in Istanbul von einem Unbekannten niedergestochen worden. Mohammed Bajasid sei am Dienstag von einem unbekannten Angreifer auf dem Weg zu einer Verabredung niedergestochen worden, teilte ein Freund Bajasids, der den Überfall miterlebte, am Mittwoch auf der Facebook-Seite des Regisseurs mit.

Die Ehefrau des Filmemachers, Samah Safi Bajasid, bestätigte den Vorfall und sprach im sozialen Netzwerk Facebook von einem "Mordversuch". Bajasid wurde ins Krankenhaus eingeliefert, sein Zustand war zunächst unklar.

Film hatte gerade Premiere in der Türkei

Bajasid habe zuletzt an einem Film über Folter im Tadmur-Gefängnis gearbeitet, erklärte Ahmed Ramadan, ein Vertreter der syrischen Opposition in Istanbul. In der berüchtigten Haftanstalt nahe der Ruinenstadt Palmyra wurden 1980 hunderte Insassen hingerichtet. Syrien stand damals unter der Herrschaft von Hafis al-Assad, dem Vater des amtierenden Präsidenten Baschar al-Assad. Der Film über die Verbrechen in Tadmur hatte am vergangenen Wochenende Premiere in der Türkei.

Rund drei Millionen Syrer haben in der Türkei Zuflucht gesucht, darunter zahlreiche Assad-Gegner. In der Vergangenheit haben sich syrische Oppositionelle immer wieder über Drohungen beklagt. Im Jahr 2015 wurden im Süden der Türkei zwei Journalisten aus Rakka ermordet, die über die Verbrechen der Miliz "Islamischer Staat" (IS) berichtet hatten. Erst im September dieses Jahres wurden eine syrische Aktivistin und ihre Tochter in ihrer Wohnung in Istanbul erstochen.

mja/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.