Entzogene Akkreditierung CNN verklagt Trump wegen Journalisten-Rauswurf

Vor knapp einer Woche wurde dem CNN-Reporter Jim Acosta die Akkreditierung für das Weiße Haus entzogen. Nun zieht der Fernsehsender gegen die Regierung von US-Präsident Trump vor Gericht.

REUTERS

Bei der Pressekonferenz von US-Präsident Trump zu den Midterm-Wahlen war es vor knapp einer Woche zum Eklat gekommen: Auf offener Bühne schnitt Trump dem CNN-Reporter Jim Acosta das Wort ab und beschimpfte ihn. "Sie sind eine furchtbare, unverschämte Person", fuhr der Präsident Acosta an. Daraufhin entzog das Weiße Haus dem Journalisten "bis auf Weiteres" die Akkreditierung.

Nun hat der Fernsehsender Klage gegen Donald Trump und einige seiner Mitarbeiter eingereicht. Wie auf der Homepage von CNN zu lesen ist, will der Sender damit die Rückgabe der Akkreditierung erwirken.

Die Klage sei am Dienstagmorgen in Washington eingereicht worden. Sowohl CNN als auch Acosta treten als Kläger auf. Insgesamt richtet sie sich gegen sechs Personen, darunter gegen den US-Präsidenten und dessen Sprecherin Sarah Huckabee Sanders.

Die hatte zur Begründung der Suspendierung gesagt, Acosta habe sich vehement dagegen gewehrt, das Mikrofon zurückzugeben und dabei die "Hände auf die Praktikantin gelegt". Das könne nicht toleriert werden. Als Beweis veröffentlichte Sanders ein Video, das die strittige Szene zeigen soll.

Tatsächlich behielt Acosta trotz mehrfacher Aufforderung das Mikrofon. Doch das angebliche Beweisvideo ist äußerst umstritten. Wie sich herausstellte, stammt es von der rechten Verschwörungsseite "Infowars" - und ist laut mehreren Medienberichten bearbeitet worden.

Trumps Gefecht gegen CNN

Es war nicht das erste Mal, dass Trump und Acosta aneinandergeraten sind. Bereits 2016 sagte der damalige Präsidentschaftskandidat bei einer Pressekonferenz zu ihm: "Ich habe Sie im Fernsehen gesehen. Sie sind ein echtes Früchtchen."

Und es ist nicht das erste Mal, dass Trump gegen CNN feuert. Im Juli 2018 wurde Acostas CNN-Kollegin Kaitlan Collins der Zugang zu einer öffentlichen Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses verweigert. Das Weiße Haus begründete den Schritt damit, Collins habe "laut gerufen und sich geweigert zu gehen, obwohl sie wiederholt dazu aufgefordert wurde".

Collins hatte zuvor auf einer Pressekonferenz mehrmals versucht, Trump Fragen zu der Supreme-Court-Nominierung von Richter Brett Kavanaugh zu stellen. Ende August forderte Trump auf Twitter die Entlassung des CNN-Chefredakteurs Jeff Zucker.

brs



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