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Hitlers Propagandaminister: Random House dementiert Einigung mit Goebbels-Nachlassverwalterin

    NS-Propagandist Joseph Goebbels (hier 1938): Rechtsstreit um Tagebuch-Zitate    Zur Großansicht
AP

NS-Propagandist Joseph Goebbels (hier 1938): Rechtsstreit um Tagebuch-Zitate

Im Streit um Tantiemen aus einer Joseph-Goebbels-Biografie will die Verlagsgruppe Random House nicht zahlen. Die Nachlassverwalterin des NS-Propagandaministers fordert vor Gericht gut 6000 Euro.

Hamburg - Im Streit um die Zahlung von gut 6000 Euro hat Rainer Dresen, zuständiger Justiziar der Verlagsgruppe Random House, im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE eine Einigung dementiert.

Die Summe entspricht einem Prozent vom Gesamterlös aus dem Verkauf einer 2010 erschienenen Goebbels-Biografie des Historikers Peter Longerich.

Cordula Schacht, Tochter von Adolf Hitlers Wirtschaftsminister Hjalmar Schachtund Nachlassverwalterin des Propagandaministers Joseph Goebbels, hatte Tantiemen von der Verlagsgruppe Random House gefordert, weil in Longerichs Buch Zitate aus Goebbels' Tagebuch vorkommen.

Das Landgericht München hatte am Freitag zunächst entschieden, dass Random House Auskunft darüber geben muss, wie viel Geld die Verlagsgruppe mit dem Verkauf des Buches verdient hat.

Dresen kündigte den Gang in weitere juristische Instanzen an. Des weiteren kritisierte er die "mutlose Entscheidung" des Gerichts, das sich einer Bewertung der Sittenwidrigkeit von Schachts Forderung entzogen habe.

Cordula Schacht wurde zur Nachlassverwalterin Goebbels', als der Schweizer Unternehmer und Alt-Nazi François Genoud ihr im Jahr 1996 die Verwertungsrechte an den Texten Goebbels' vermachte.

1985 hatte Schacht als Anwältin im Auftrag ihres Klienten Genoud mit der Bundesrepublik Deutschland und dem Freistaat Bayern einen Vertrag über die Goebbels-Tagebücher ausgehandelt und damit rechtlich bindend in Paragrafen gefasst, dass Goebbels tantiemenpflichtig sei. Zuletzt funktionierte das problemlos: Der Piper-Verlag führt einen Teil der Einnahmen einer älteren Goebbels-Biografie noch immer an die Nachlassverwalterin ab.

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