Russische Konfliktregion: Journalist im Nordkaukasus erschossen

Immer wieder Drohungen: Journalist Achmednabijew im Nordkaukasus Zur Großansicht
AP/ NewsTeam

Immer wieder Drohungen: Journalist Achmednabijew im Nordkaukasus

Immer wieder hatte er Drohungen erhalten, erst im Januar überlebte Achmednabi Achmednabijew einen Anschlag. Jetzt ist der Journalist in der Konfliktregion Nordkaukasus umgebracht worden - Ermittler vermuten ein politisches Motiv hinter der Tat.

Machatschkala - Mit Kopfschüssen in seinem Auto hingerichtet: Ein politischer Journalist ist in der russischen Konfliktregion Nordkaukasus vor seiner Haustür von Unbekannten erschossen worden. Achmednabi Achmednabijew starb noch am Tatort in der Teilrepublik Dagestan an den Folgen seiner schweren Verletzungen, teilte die Ermittlungsbehörde mit.

Achmednabijew war Chefkorrespondent für die Wochenzeitung "Nowoje Delo", die immer wieder über Korruption innerhalb der Regierung berichtet. Zudem arbeitete er für das bekannte Internetportal kavkaz-uzel.ru. Mehrfach soll der Journalist jedoch Drohungen erhalten haben, erst im Januar überlebte er einen Anschlag - nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll der am gleichen Tatort verübt worden sein, wie nun der Mord.

17 Journalisten in 20 Jahren zu Tode gekommen

Reporter, die im islamisch geprägten Nordkaukasus recherchieren, werden immer wieder Opfer von Gewaltverbrechen. So wurden etwa die bekannten Journalistinnen Anna Politkowskaja und Natalia Estemirowa ermordet, die aus der Konfliktregion berichtet hatten. In dem Gebiet kämpfen Islamisten für ein von Moskau unabhängiges Emirat, auch kriminelle Banden verüben häufig Anschläge.

Achmednabijew ist der 17. Journalist, der in den vergangenen 20 Jahren unter ungeklärten Umständen in Dagestan ums Leben kam. Etwa 300 Verwandte, Freunde und Kollegen trugen seinen Leichnam in einer Prozession durch das Zentrum der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala.

Ermittler in Moskau vermuten laut Nachrichtenagentur Associated Press, dass seine journalistische Arbeit das Motiv für den Mord war. "Man bekommt das Gefühl, dass jemand selbst das kleinste Stückchen Wahrheit unterdrücken will", schrieb eine Menschenrechtsorganisation.

vks/dpa/AP/Reuters

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insgesamt 3 Beiträge
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1. optional
firestarter111 11.07.2013
was für ein motiv (ausser eines politischen soll sonst dahinterstecken?)
2. nene
rabenkrähe 11.07.2013
[QUOTE=sysop;13178820]Immer wieder hatte er Drohungen erhalten, erst im Januar überlebte Achmednabi Achmednabijew einen Anschlag. Jetzt ist der Journalist in der Konfliktregion Nordkaukasus umgebracht worden - Ermittler vermuten ein politisches Motiv hinter der Tat. Journalist in Konfliktregion im Nordkaukasus erschossen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/journalist-in-konfliktregion-im-nordkaukasus-erschossen-a-910288.html)[/QUOTE ] .......... Mir scheint, es wäre berichtenswerter, wenn in dieser Region des vollzogenen russischen Völkermords ein kritisch berichtender Journalist überlebt! rabenkrähe
3.
grgBool 11.07.2013
Zitat von rabenkräheMir scheint, es wäre berichtenswerter, wenn in dieser Region des vollzogenen russischen Völkermords ein kritisch berichtender Journalist überlebt! rabenkrähe
Sie meinten wohl eher den radikal islamischen Völkermord. Anders als vor dem Zerfall der Sowjetunion leben in Dagestan und Tschetschenien fast keine ethnischen Russen und auch andere Minderheiten mussten flüchten, als die Islamisten an die Macht kamen. Vielleicht kann jemand Russland zeigen, wie man richtig gegen Islamisten an seiner Grenze vorgeht. Syrien und den USA gelingt es ebenfalls nicht. Die Radikalen benutzen die Zivilbevölkerung in allen islamistischen Staaten als Schutzschild. Wenigsten behauptet der Artikel nicht mehr, der Kreml hätte Politkowskaja umgebraucht. Ähnlich wie in Deutschland interessiert sich dort nur eine Minderheit für investigativen Journalismus. Eine Gefahr für Putin war sie sicherlich nicht.
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