"Der Freitag" Jürgen Todenhöfer gibt Herausgeberposten auf

Er begründete die Entscheidung mit seinen teils mehrwöchigen Reisen - der Publizist Jürgen Todenhöfer gibt sein Amt als Herausgeber der Wochenzeitung "Freitag" ab.

Jürgen Todenhöfer
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Jürgen Todenhöfer


Erst Ende 2016 hatte Jürgen Todenhöfer die Aufgabe übernommen - jetzt hat der Publizist und frühere CDU-Abgeordnete nach nur einem Jahr sein Amt als Herausgeber der Wochenzeitung "Der Freitag" wieder aufgegeben. Der 77-Jährige habe seine Entscheidung der Redaktion und dem Verlag bekanntgegeben, teilte das Blatt mit.

Danach begründete Todenhöfer den Schritt mit seinen teils mehrwöchigen Reisen in Krisengebiete und seinem publizistischen und sozialen Engagement. Angesichts dessen könne er den Aufgaben als Herausgeber nicht so nachkommen, wie er es von sich verlange, hieß es.

"Dem mutigen, spannenden und gesellschaftspolitisch so wichtigen 'Freitag' bleibe ich weiterhin eng verbunden", erklärte Todenhöfer, der bis 2008 im Vorstand der Hubert-Burda-Media war. Verleger Jakob Augstein bedauerte die Entscheidung. "Wir verlieren Jürgen Todenhöfer als Herausgeber, aber behalten ihn als Freund", sagte er.

Todenhöfer hat eine treue Leser- und Anhängerschaft, wird aber auch kritisiert. So interviewte er 2012 den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, woraufhin ihm vorgeworfen wurde, einem brutalen Machthaber eine Plattform geboten zu haben. 2015 erschien sein Buch "Inside IS", für das er in die von der Terrormiliz "Islamischer Staat" beherrschten Gebiete im Irak gereist war.

"Der Freitag" wird seit 2008 von dem SPIEGEL- und SPIEGEL-ONLINE-Kolumnisten Jakob Augstein verlegt, seit 2013 ist Augstein auch Chefredakteur.

dpa/ eth



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