Junot Díaz Starautor wehrt sich gegen Belästigungsvorwürfe

Über sein schwieriges Verhältnis zu Frauen hatte er immer wieder gesprochen - und es auch mit eigenen Missbrauchserfahrungen begründet. Nun äußert sich US-Autor Junot Díaz erstmals direkt zu Belästigungsvorwürfen gegen ihn.

Junot Díaz
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Junot Díaz


Seine Äußerungen sind widersprüchlich - erstmals seit Bekanntwerden von Belästigungsvorwürfen gegen den Autor Junot Díaz hat sich der Pulitzerpreis-Gewinner selbst geäußert: "Ich war schockiert", sagte er in einem Interview mit dem "Boston Globe". Er habe gedacht, das alles habe nichts mit ihm oder seinem Leben zu tun.

Im April hatten mehrere Frauen Díaz beschuldigt, sie drangsaliert zu haben. Die US-Autorin Zinzi Clemmons warf dem Schriftsteller und Hochschullehrer vor, er habe sie im Alter von 26 Jahren, als sie Studentin an der New Yorker Columbia University war, gegen ihren Willen bedrängt und geküsst. Es gebe etliche Frauen, die ihr Schicksal teilen würden. Die Schriftstellerinnen Carmen Maria Machado und Monica Byrne erklärten, Díaz habe sie verbal in wüster und frauenfeindlicher Form attackiert.

Kurz vor Bekanntwerden der Vorwürfe hatte Díaz in einem viel beachteten Essay im Magazin "New Yorker" erklärt, er sei selbst als Achtjähriger vergewaltigt worden. Dies habe einen nachhaltigen schädlichen Einfluss auf sein Leben gehabt. Díaz berichtete unter anderem von Depressionen, Alkoholproblemen, Untreue und einem abschätzigen Umgang mit Frauen.

Im Mai dann hatte Díaz den Vorsitz des renommierten Pulitzerpreis-Komitees abgegeben, den er erst einen Monat zuvor übernommen hatte. Etwas sibyllinisch erklärte er damals, dass er die Verantwortung für seine Vergangenheit übernehme. Man müsse "weitermachen damit, allen Männern beizubringen was eine Einwilligung ist und wo Grenzen sind". Darauf angesprochen sagte er nun im "Boston Globe", er habe schon viel Mist in seinem Leben geschrieben.

"Habe Zinzi Clemmons nie geküsst"

Gleichzeitig wies der 48-Jährige alle Vorwürfe zurück, auch die der Schriftstellerin Clemmons. "Ich habe niemanden geküsst. Ich habe Zinzi Clemmons nicht gegen ihren Willen geküsst. Ich habe Zinzi Clemmons nicht geküsst", zitiert der "Boston Globe", den Schriftsteller. Er sei von den Vorwürfen "erschüttert, verwirrt und verstört" gewesen. Er habe die Frauen nie schikaniert oder unangemessen behandelt.

Der in der Dominikanischen Republik geborene Autor hatte 2008 den Pulitzerpreis für seinen Roman "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" erhalten. In einem SPIEGEL ONLINE -Interview hatte er sich im Jahr 2009 zu Depressionen und seinen Schwierigkeiten mit Frauen geäußert. Beim Schreiben seines prämierten Romans habe er "drei Freundinnen verschlissen", weil er beim Schreiben "so verdammt depressiv und unglücklich" gewesen sei.

brs



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