"Killing Fields" Kambodschanischer Journalist Dith Pran gestorben

Dith Pran prägte den Begriff "Killing Fields" für die Todeslager der Roten Khmer. Seine erschütternden Erlebnisse wurden durch den gleichnamigen Film weltbekannt. Der Kambodschaner starb im Alter von 65 Jahren in New York.


New York - Dith Pran ist tot. Er starb in New York an Bauchspeicheldrüsenkrebs, teilte sein früherer Kollege bei der "New York Times", Sydney Schanberg, heute mit. Dith war 65 Jahre alt. Er arbeitete 1975 als Dolmetscher für Schanberg, als der Vietnamkrieg endete und in Kambodscha die Roten Khmer an die Macht kamen. Schanberg half seinem Freund, dessen Familie aus dem Land zu bringen. Er musste Dith aber zurücklassen, als die Hauptstadt Phnom Penh an die Roten Khmer fiel - Dith entkam erst viereinhalb Jahre später nach einer unglaublichen Odyssee durch die Todeslager der Roten Khmer.

Dith Pran zwei Wochen vor seinem Tod: Auf seinen schrecklichen Erfahrungen beruht der Film "Killing Fields"
AP

Dith Pran zwei Wochen vor seinem Tod: Auf seinen schrecklichen Erfahrungen beruht der Film "Killing Fields"

Dith selbst prägte den Begriff "Killing Fields" für die riesigen Massengräber, die er sah. Das Schreckensregime von Pol Pot wird für den Massenmord an fast zwei Millionen der sieben Millionen Kambodschaner verantwortlich gemacht.

Während Tausende erschossen wurden, weil sie Zeichen von Intellekt oder westlichem Einfluss - dafür reichte eine Brille oder Armbanduhr - zeigten, überlebte Dith, indem er sich als ungebildeter Bauer verkleidete. Er musste in den Feldern arbeiten und bekam meist nicht mehr als eine Handvoll Reis zu essen.

Dith arbeitete später als Fotograf für die "New York Times". Über seine Erlebnisse schrieb Schanberg zunächst den Artikel "Der Tod und das Leben des Dith Pran". Daraus entstand ein Buch, das Vorlage für den britischen Film "The Killing Fields" wurde, der 1984 erschien und ein internationaler Erfolg wurde. Dith war Botschafter des guten Willens des Uno-Flüchtlingskommissars. Er gründete das Dith Pran Holocaust Awareness Project, um über die Geschichte der Roten Khmer und ihrer Terrorherrschaft zu informieren.

ler/AP



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