Göttingen - Als Heinz Ludwig Arnold vor einigen Tagen das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse für seine Verdienste um die deutsche Literatur erhielt, war er von seiner Krankheit bereits schwer gezeichnet. Am Dienstag ist der bekannte Literaturwissenschaftler und Publizist nun gestorben.
Bekanntgeworden ist Heinz Ludwig Arnold mit der 1963 gegründeten Zeitschrift "text + kritik", die er bis zu seinem Tod herausgegeben hatte. 1978 entwickelte Arnold das "Kritische Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur" als Loseblattsammlung. Fünf Jahre später folgte das Pendant zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur. 2009 erschien die von Arnold von Grund auf erneuerte dritte Auflage von "Kindlers Literatur Lexikon".
Der 1940 in Essen geborene Literaturwissenschaftler und Publizist studierte in Göttingen und erhielt dort 1995 an der Georg-August-Universität eine Honorarprofessur. Außerdem war er Vorsitzender des Beirats der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Mitglied im PEN-Zentrum der Bundesrepublik Deutschland und der Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt.
Vor kurzem sind im Quartino Verlag die Mitschnitte von Arnolds in den siebziger und achtziger Jahren geführten, umfangreichen Gesprächen mit 31 Schriftstellern erschienen, unter anderem mit Günther Grass, Heinrich Böll, Martin Walser und Max Frisch.
gol/dpa
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