Kinski-Stück: Angehörige verklagen Theatergruppe
Angehörige des Ausnahme-Schauspielers Klaus Kinski haben eine Kölner Theatergruppe verklagt - diese habe unerlaubt Zitate des Schauspielers verwendet. Nun wehrt sich der Regisseur: Den Klägern ginge es nicht um Kunst, sondern um Geld.
Köln - Klaus Kinski sagte zeitlebens immer lautstark, wenn ihn etwas störte. Diese Einstellung teilen wohl auch seine Ex-Frau Minhoi Loanic und ihr gemeinsamer Sohn Nikolai Kinski: Die Angehörigen des exzentrischen Schauspielers haben eine Theatergruppe aus Köln verklagt, weil diese, so die Begründung der Kläger, für ein Stück unerlaubt Kinski-Zitate verwendet habe.
Ausnahme-Schauspieler Kinski(1971 bei seiner "Jesus-Show"): Seine Angehörige verklagen Theatermacher
Der Regisseur Stefan Krause wehrt sich gegen die Vorwürfe: "Das Stück stammt zwar zu 70 Prozent aus Zitaten, das ist aber bei einer Theaterkollage zulässig. Sonst müsste man 50 Prozent der modernen Theateraufführungen aus rechtlichen Gründen in die Tonne kloppen." Weiterhin weist Krause jegliche Verantwortung von sich. Die Kinski-Angehörigen sollten sich demnach direkt an den Verlag wenden, der die Rechte für die Aufführung besitzt. "Es handelt sich um ein verlegtes Stück, das wir spielen. Wenn man schon wegen Urheberrechtsverletzung klagen will, müsste man wohl gegen den Verlag klagen", sagt Krause.
Das Stück wird seit mehr als zwei Jahren regelmäßig aufgeführt. Laut Krause würde die Theatergruppe jedoch nichts an der Aufführung verdienen und hätte dies nur aus "reinem Enthusiasmus" gemacht. Der Regisseur geht indes davon aus, dass die Klage einen finanziellen Hintergrund habe. "Es geht um Geld. Die Kläger wollen wohl 30.000 Euro sehen."
Klaus Kinski galt als einer der bekanntesten und besten deutschen Schauspieler. Er wurde vor allem durch seine Rollen in den Filmen "Nosferatu", "Fitzcarraldo" oder "Doktor Schiwago" berühmt. 1991 starb er mit 65 Jahren in Los Angeles an einem Herzinfarkt. Mit Minhoi Loanic war Kinski von 1971 bis 1979 verheiratet - sie war seine dritte von vier Ehefrauen.
sta/dpa
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