Wechsel aus New York Klaus Biesenbach wird Museumschef in Los Angeles

Der Sog von Los Angeles als Kunstmetropole hält an: Mit Klaus Biesenbach wechselt einer der bekanntesten Kuratoren an die Westküste. Er wird 2019 das Museum für zeitgenössische Kunst MOCA übernehmen.

Klaus Biesenbach
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Klaus Biesenbach


Das Museum of Contemporary Art (MOCA), Los Angeles, hat seinen neuen Direktor gefunden: Der Deutsche Klaus Biesenbach wird das Museum ab Frühjahr 2019 leiten. Das gab das MOCA am Dienstag bekannt. Biesenbach war bislang Chefkurator am New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) sowie Direktor von dessen Ableger PS1.

"Es erfüllt mich mit Ehrfurcht, dass ich eingeladen wurde, ein Museum zu führen, das bereits so viel erreicht hat und das in so vielerlei Hinsicht die höchsten Ansprüche zeitgenössischer Kunst repräsentiert", zitiert das "Frieze"-Magazine Biesenbach zu seiner Berufung. In Los Angeles wird er auf den Franzosen Philippe Vergne folgen, der das MOCA erst 2014 übernommen hatte und nun seinen Vertrag im März 2019 auslaufen lassen wird.

Biesenbach ist einer der international bekanntesten Kuratoren. In den Neunzigerjahren hatte der 1966 in Bergisch-Gladbach Geborene Biesenbach in Berlin die Kunst-Werke (KW) mitgegründet und die eng mit den KW verbundene Berlin Biennale, deren zehnte Ausgabe gerade läuft, ins Leben gerufen. Seit 1995 ist er für das PS1 im Dienst, als Kurator am MoMA verantwortete er so populäre Shows wie "The Artist is Present" von Marina Abramovic - und so heftig von der Kritik verrissene wie die Retrospektive zu Björk.

"Ein weißer europäischer Mann geht"

Biesenbachs Berufung ist auch sonst nicht unumstritten: "One white European male leaves. Another enters", schrieb Jerry Saltz, der einflussreiche Kunstkritiker des "New York Magazine", auf Twitter.

Tatsächlich ist Diversität ein vieldiskutiertes Thema am MOCA. Erst im Februar hatte der Künstler Mark Grotjahn einen Preis der museumseigenen Gala abgelehnt, da er die bisherige Riege der Preisträger als zu einseitig empfand

Die "New York Times" beklagte sich zudem: "Einmal mehr wendet sich Los Angeles New York zu." Tatsächlich hat das MOCA mit Biesenbach zum dritten Mal einen Museumsleiter aus der Ostküstenmetropole abwerben können. Dass dies immer wieder gelingt, dürfte aber ein stärkerer Beweis für die stetig wachsende Bedeutung von Los Angeles als Kunststadt sein als für die Ideenlosigkeit der MOCA-Berufungskommissionen.

Diesen Trend bestätigte Biesenbach gegenüber der "New York Times": "Ich bin überzeugt, dass LA das neue Berlin wird. So viele Künstler ziehen zurzeit dorthin. Mittlerweile ist es eine ganz andere Stadt."

hpi

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