Köln Rubens-Zeichnungen beim Umzug entdeckt

Bei den Vorbereitungen für den Umzug ihrer Sammlung machten die Kunsthistoriker eines Kölner Museums einen spektakulären Fund: Drei großformatige Zeichungen des Barock-Malers Peter Paul Rubens fielen ihnen in die Hände. Nach endgültiger Prüfung sollen die kostbaren Exponate der Öffentlichkeit präsentiert werden.


Entdeckt: Rubens-Zeichnung einer Laokoon-Gruppe
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Entdeckt: Rubens-Zeichnung einer Laokoon-Gruppe

Köln - Die Entdeckung in der Graphischen Abteilung des Wallraf-Richartz-Museums sei sensationell, bestätigte der Wissenschaftler Olaf Mextorf am Mittwoch einen Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers".

Die Zeichnungen hat Rubens nach Einschätzung von Uwe Westfehling, dem Leiter der Graphischen Abteilung, während seines Italienaufenthaltes in der Zeit von 1600 bis 1608 angefertigt. Damals sei der flämische Meister in Rom gewesen und habe dort antike Skulpturen gezeichnet. Die Blätter zeigten eine Laokoon-Gruppe und zwei Ansichten eines Zentauren aus der griechischen Mythologie.

"Das sind große Blätter und deshalb wahrscheinlich exponiert im Werk Rubens", sagte Mextorf. Die Hochformate sind den Angaben zufolge 48 mal 37 Zentimeter groß. Das Wasserzeichen des Papiers, ein Männchen mit einem Pilgerstab, sei ein objektiver Hinweis auf die Echtheit der Werke. "Es gibt anerkannte Originalzeichnungen auf diesem Papier, das um 1598 in Italien hergestellt wurde", sagte der Wissenschaftler. Über den Wert der Zeichnungen könne er bisher noch keine Angaben machen.

Vor einer endgültigen Zuschreibung will Westfehling noch internationale Experten bei einem Symposium in Köln anhören. Die unter Historikern als verschollen geltenden Werke waren bei den Vorbereitungen zum Umzug der Graphischen Sammlung bereits im Februar 2000 aufgetaucht. Offenbar waren sie tatsächlich "verschollen", allerdings in den Tiefen des Museums-Archivs. "Wir haben uns erst im Haus darüber ausgetauscht, dann Vergleiche angestellt", so Mextorf, "das war ein sehr hoher Forschungsaufwand." Die Zeichnungen in schwarzer Kreide sollen im März in einer Ausstellung in Köln erstmals öffentlich gezeigt werden.



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