Erschütterungen durch U-Bahn Propst befürchtet Schäden am Kölner Dom

Das historische Gemäuer sei "für derartige Belastungen nicht ausgelegt": Der Propst des Kölner Doms befürchtet, dass Erschütterungen durch eine neue U-Bahn-Linie Schäden am Gebäude verursachen. Mit Schallgutachtern soll nun das weitere Vorgehen abgestimmt werden.

DPA

Köln/Hamburg - Seit Anfang Dezember 2012 pendelt in Köln die U-Bahn zwischen Hauptbahnhof und Rathaus. Jetzt gerät die neue Verbindung in die Kritik. Die Linie verursacht Erschütterungen im Kölner Dom.

Die Erschütterungen seien da, ebenso Geräusche, und Dombaumeister Michael Hauck habe sie "eindeutig der Aufnahme des Fahrbetriebs der neuen U-Bahn-Linie 5 zugeordnet", sagte Dompropst Norbert Feldhoff am Mittwoch. Deshalb seien Gebäudeschäden zu befürchten. Das historische Gemäuer sei "für derartige Belastungen nicht ausgelegt". Man könne ein Zittern wahrnehmen und auch ein Rauschen.

Deshalb hat der Propst gehandelt und Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) alarmiert. Die U-Bahnen haben in dem betreffenden Abschnitt mittlerweile die Geschwindigkeit um ein Drittel gedrosselt und fahren nun nur noch mit 20 Kilometern pro Stunde. Schallgutachter sind einbestellt, eine Arbeitsgruppe ist gebildet. Die Vibrationen sind nach Angaben der Dombauverwaltung vor allem an der Nordseite der Kathedrale in der Domschatzkammer spürbar. Dort entlang führt die U-Bahn-Linie auf ihrem Weg vom Hauptbahnhof zu der neuen Haltestelle am Historischen Rathaus.

Akute Gefahr für den Dom bestehe aber nicht, versicherte Professor Klaus-G. Hinzen, Leiter der Erdbebenstation Bensberg. "Große Erschütterungen gibt es nicht", sagte der Experte. "Wenn da irgendwas wäre, was auch nur im Entferntesten eine Gefahr darstellen würde, würden wir das auf jeden Fall sofort auf unseren Messungen sehen." Auch die in den Hauptbahnhof ein- und ausfahrenden Züge ließen den Dom jedes Mal ein bisschen erzittern.

Bei einer Vorbeifahrt der Stadtbahn seien Vibrationen spürbar und für jeweils 20 Sekunden Geräusche hörbar, teilten auch die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) am Mittwoch nach einer Ortsbegehung mit. Es bestehe aber keine aktuelle Gefährdung.

Die Erschütterungen lassen in Köln böse Erinnerungen an den Einsturz des Historischen Stadtarchivs am 3. März 2009 wachwerden. Dabei waren zwei Menschen ums Leben gekommen, und der Bestand des bedeutendsten deutschen Kommunalarchivs wurde verschüttet. Als Ursache für das Unglück gilt der Ausbau der U-Bahn.

bos/dpa/dapd

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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
PapaSmurf 09.01.2013
1. Lieber Herr Wowereit
Sie haben doch jetzt wieder mehr zeit, könnten Sie sich das bitte kurz anschauen? Vielen Dank.
adam68161 09.01.2013
2. weg mit dem Dom!
wichtig ist, dass man mit der U-Bahn schnell zur Moschee kommt!
forumgehts? 09.01.2013
3. Der
Zitat von sysopDas historische Gemäuer sei "für derartige Belastungen nicht ausgelegt": Der Propst des Kölner Doms befürchtet, dass Erschütterungen durch eine neue U-Bahn-Linie Schäden am Gebäude verursachen. Mit Schallgutachtern soll nun das weitere Vorgehen abgestimmt werden. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/koelner-dom-propst-befuerchtet-schaeden-durch-u-bahn-erschuetterungen-a-876630.html
Terrorismus in D hat eine interessante Sonderform entwickelt: Grossbauprojekte. Dabei sind etwaige Todesfälle zwar nur unbeabsichtigte Kollateralschäden, aber die finanzielle und moralische Wirkung ist eine ungeheure!
dunnhaupt 09.01.2013
4.
Zitat von adam68161wichtig ist, dass man mit der U-Bahn schnell zur Moschee kommt!
Zum Glück führt die U-Bahnstrecke nicht unter der Moschee durch, sonst hätten wir bereits Protestkundgebungen. Allah ist groß!
kahabe 09.01.2013
5. Genau!
Zitat von adam68161wichtig ist, dass man mit der U-Bahn schnell zur Moschee kommt!
Was soll Köln mit einer von einem calvinistischen Protestanten gebauten Kirche. Das ist doch Ketzerei, fast wie eine wissenschaftliche Aufarbeitung gewisser Nachkrieggeschichte.
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