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Kölner Kunstskandal Vermutlich weitere Beltracchi-Fälschungen im Umlauf

Fälscher Wolfgang Beltracchi im Landgericht Köln: Verkaufswert 35 Millionen - mindestensZur Großansicht
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Fälscher Wolfgang Beltracchi im Landgericht Köln: Verkaufswert 35 Millionen - mindestens

Die Kunstfälscherbande um Wolfgang Beltracchi ist seit Oktober verurteilt - doch weitere seiner gefälschten Werke könnten sich weltweit unentdeckt in Museen und Sammlungen befinden. Das mutmaßte ein Berliner LKA-Kommissar bei einer Fachtagung im Bode-Museum.

Berlin - Nach der Verurteilung des Kunstfälschers Wolfgang Beltracchi gehen Ermittler davon aus, dass noch längst nicht alle unechten Werke gefunden worden sind. "Wir vermuten, dass weitere Fälschungen im Umlauf sind", sagte der Berliner Kriminalhauptkommissar René Allonge am Freitag auf einer Tagung zum "Tatort Kunst" in der Hauptstadt.

Es müsse davon ausgegangen werden, dass noch mehr als 25 gefälschte Bilder in alle Welt verkauft wurden, sagte der Leiter der Abteilung Kunstdelikte beim Landeskriminalamt Berlin:. "Die Suche geht weiter." Erst kürzlich sei eine weitere Fälschung in Japan aufgetaucht. Die "Frankfurter Allgemeine" hatte von einem Porträt des Kunsthändlers Alfred Flechtheim berichtet, das im Marie-Laurencin-Museum in der japanischen Präfektur Nagano hing, aber nicht von der Künstlerin Laurencin stamme, sondern vermutlich ein Frühwerk des Fälschers Betracchi sei.

Wolfgang Beltracchi hatte einen der größten Kunstfälscher-Skandale ausgelöst. Er hatte als Drahtzieher einer vierköpfigen Fälscherbande jahrelang gefälschte Meisterwerke von Avantgarde-Künstlern wie Max Ernst und Max Pechstein in den Kunstmarkt geschleust und Millionen kassiert. Die Bilder hingen in Museen und bei Sammlern. Im Oktober 2011 war er in Köln zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

Laut Allonge wurden mehr als 50 Fälschungen in dem Prozess aufgeklärt - ihr Verkaufswert habe bei 35 Millionen Euro gelegen. Hinzu kämen 21 Fälschungen aus den neunziger Jahren. "Auf 100 Fälschungen kommt man aber schon", sagte Allonge zu dem aktuellen Stand. Berlin ist in die Ermittlungen involviert, weil es hier beim Landeskriminalamt eines der bundesweit drei Spezialdezernate für Kunstdelikte gibt.

Bei der Tagung "Tatort Kunst" treffen sich jährlich Kunstsachverständige aus dem In- und Ausland und tauschen sich über Ermittlungsmethoden zur Enttarnung gefälschter Kunstwerke.

feb/dpa/dapd

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insgesamt 2 Beiträge
schnitti23 27.01.2012
eindeutig: Wenn man nicht echte Kunst von nachgemachter Kunst unterscheiden kann, worin liegt dann der eigentliche Wert der Kunst? Ist ein Bild nur dann wertvoll, wenn der Künstlername druntersteht? Was, wenn auch dieser [...]
eindeutig: Wenn man nicht echte Kunst von nachgemachter Kunst unterscheiden kann, worin liegt dann der eigentliche Wert der Kunst? Ist ein Bild nur dann wertvoll, wenn der Künstlername druntersteht? Was, wenn auch dieser gefälscht ist, man ansonsten aber voll zufrieden mit dem Kauf ist? Mir scheint immer mehr, daß Ephraim Kishon mit seiner Aussage völlig Recht hat: "Die moderne Kunst ist die größte Verarsche unserer Zeit!"
dedebruehe 27.01.2012
Diese Problematik gilt dann aber für alle Bilder. Denn die kann und konnte man schon immer nahezu 1:1 fälschen. Bei "moderner Kunst" und auch bei Jahrhunderte alter. Demnach geht es dabei mehr um die geistige [...]
Zitat von schnitti23eindeutig: Wenn man nicht echte Kunst von nachgemachter Kunst unterscheiden kann, worin liegt dann der eigentliche Wert der Kunst? Ist ein Bild nur dann wertvoll, wenn der Künstlername druntersteht? Was, wenn auch dieser gefälscht ist, man ansonsten aber voll zufrieden mit dem Kauf ist? Mir scheint immer mehr, daß Ephraim Kishon mit seiner Aussage völlig Recht hat: "Die moderne Kunst ist die größte Verarsche unserer Zeit!"
Diese Problematik gilt dann aber für alle Bilder. Denn die kann und konnte man schon immer nahezu 1:1 fälschen. Bei "moderner Kunst" und auch bei Jahrhunderte alter. Demnach geht es dabei mehr um die geistige Schöpfung. Und wenn man genau will, kann man Ihre Theorie auf alles ausweiten. Ist ein perfekt nachgemachtes Produkt weniger wertvoll als das Original? Wozu zahlt man dann für originale Produkte so viel mehr Geld wie unter Umständen für ein Imitat? So einfach kann man es sich also nicht machen.
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