Krebsgefahr Ab morgen keine Wurst mehr, vielleicht ganz bestimmt

Alles macht krank, nun auch noch Wurst. Jetzt ist es also so weit: Nicht einmal mehr in Ruhe essen kann man.

Salami: Lecker - oder doch lieber Käse aufs Brot?
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Salami: Lecker - oder doch lieber Käse aufs Brot?

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Halt, Stopp, Moment, nicht hineinbeißen, schauen wir erst einmal, was Sie da auf dem Brötchen liegen haben. Aha, eine Scheibe Wurst. Verstehe schon, Sie wollen jetzt frühstücken und sich nicht mit unangenehmen Tatsachen auseinandersetzen, schon gar nicht auf nüchternen Magen. Aber es muss sein. Denn, wie man jetzt weiß: Diese köstliche Scheibe Wurst ist krebserregend. Und nicht nur diese, sondern jede. Mit jeder Scheibe steigt Ihr Risiko, an Darmkrebs zu erkranken und/oder an Magenkrebs.

Also überlegen Sie bitte gut, wenn Ihnen Ihr Leben lieb ist: Wäre es nicht besser, diese Wurst beiseite oder vielleicht gar in den Mülleimer zu legen? Sollten Sie nicht lieber noch einmal zum Kühlschrank gehen und etwas Gesünderes herausholen? Zum Beispiel, was gäbe es denn da, sagen wir mal: eine Karotte? Oder einen Joghurt? Oder, am besten, Sie bereiten sich im Mixer einen vitaminreichen und darmschonenden Flüssigbrei aus Obst und Gemüse zu. Am besten mit Spinat drin.

Nein?

Schon klar. Es reicht. Langsam sollte es keine Liste krebserregender Stoffe mehr geben, viel praktischer und kürzer wäre doch eine, auf der nur noch solche stünden, die garantiert keinen Krebs erregen. Wie herrlich muss die Welt früher einmal gewesen sein: Rauchen galt als unbedenklich, Asbest war feuerfest, Fleisch war gesund, und anschnallen musste man sich auch nicht. Gut, die Leute starben vielleicht jünger, aber wenigstens wussten sie nicht, woran. Bis auf die Gurtmuffel, die ahnten es wahrscheinlich, aber nur sehr kurz. Diese Gnade der Ignoranz ist uns Heutigen verloren gegangen. Nichts bleibt mehr zu tun ohne Kenntnis des Risikos.

Die Gewohnheiten sind stark

Dass übermäßiger Wurstkonsum nicht besonders gesund ist, sollte allerdings niemanden überraschen. Dazu kommen die Qualen der Massentierhaltung, die Ressourcenverschwendung bei der Fleischproduktion und der damit beschleunigte Klimawandel - gute Argumente, weniger oder gar kein Fleisch zu essen, gibt es viele, und es gibt sie schon lange.

Es wird darum wohl kaum jemand, der bisher gerne Wurst gegessen hat, ausgerechnet wegen der neuesten Erkenntnisse der Experten von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) zum Vegetarier werden: Die Gewohnheiten sind stark. Wem Wurst schmeckt, dem wird sie weiterhin schmecken - wer die unappetitlichen Umstände ihrer Herstellung verdrängen kann, ist ohne Weiteres dazu in der Lage, auch das Gesundheitsrisiko auszublenden. Und kann sich nach dem Frühstück ganz entspannt eine Zigarette anstecken.

Trotzdem ist die Warnung der IARC vielleicht nicht ganz sinnlos. Denn möglicherweise liest sie jemand und denkt sich: Darmkrebs? Vielleicht sollte ich doch mal eine Früherkennungsuntersuchung machen lassen - und wird rechtzeitig behandelt. Vielleicht liest sie jemand und sagt sich: Wenn ich schon diese Wurst esse, dann nehme ich heute mal nicht den Aufzug, sondern die Treppe. Und vielleicht gibt es auch jemanden, der nachdenklich auf sein Wurstbrot blickt und sich überlegt: Käse wäre auch mal nicht schlecht. Morgen vielleicht ganz bestimmt, abgemacht?

Anmerkung: In einer ersten Version dieses Artikels war davon die Rede, man könne wegen Darmkrebs eine "Vorsorge"-Untersuchung durchführen lassen. Ein medizinisch versierter Leser weist darauf hin, dass es hier leider keine Vorsorge gibt - nur eine Früherkennung.

Zum Autor
Jeannette Corbeau
Stefan Kuzmany leitet den Bereich Meinung und Debatte bei SPIEGEL ONLINE.

E-Mail: Stefan_Kuzmany@spiegel.de

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 336 Beiträge
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Seite 1
rmuekno 27.10.2015
1. Lieber Darmkrebs als
auf das beste im eben verzichten und gut essen. Bald kommt noch so ein Depp und findet eine Studie das Sex Augenkrebs verursacht. Ergo kein Sex mehr und alle Probleme der Menschheit sind durch aussterben gelöst.
würstl 27.10.2015
2. Alles verursacht Krebs
Der Artikel trifft es im Prinzip... Es gibt eigentlich nichts mehr, was nicht irgendeine Art von Gesundheitsrisiko verursacht. Also so what! Man sollte sich sicherlich - wenn möglich und bezahlbar- gesund und bewusst ernähren, Sport treiben, Stress vermeiden und ähnliches, ABER man muss auch die Lust am Leben zu sein erhalten und das geht nur, wenn man Dinge tut, macht, isst, trinkt- die einem schmecken, gefallen, gut tun, befriedigen, etc. Sonst ist das Leben nicht lebenswert. Und ich dürfte dann eigentlich nicht auf die Straße gehen , Auto fahren, Ins Kino gehen ( Amokläufer), in den Urlaub fliegen, etc. Also die Drang ständig negative Meldungen zu bringen zu unserem Lebensstil, ist doch lächerlich. Und fragt mal die Menschen die nichts zu essen, wie wichtig denen ist, ob Wurst ggf.Krebes erzeugen könnnte... Von den vielen Beispielen, die ungesund leben ( Altkanzler Schmidt) oder lebten ( Jopi Heesters) mal abgesehen....
accessfreeze 27.10.2015
3.
interessant wäre doch jetzt nur noch zu wissen, wovon bekomme ich schneller Krebs? Von den Pestizieden an Obst und Gemüse, oder von haltbar gemachten Fleisch. Irgendwie scheint ja heut zu tage alles Krebserregend ist.
No Way, Jose 27.10.2015
4. Steuern!
Schnell ne Wurststeuer. Und eine rotes-Fleisch-Steuer. Und Fettsteuer, Zuckersteuer, Salzsteuer, Süssstoffsteuer, Aludeosteuer, Chemtrailsteuer. Die Atemluft sollte man auch noch irgendwie besteuern.
guentherzaruba 27.10.2015
5. wie bei Zigaretten,
sollte auch der Vermerk: kann tödlich sein, zu Krebs führen, und so weiter angebracht werden, dann ist es jedem seine eigene Verantwortung.
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