Umstrittenes Krim-Konzert Ukrainische Staatsanwälte ermitteln gegen Scooter

"Spasibo, Crimea. See you next time": Die Band Scooter ist auf der Krim aufgetreten. Nun bekommen die Bandmitglieder Ärger mit der ukrainischen Justiz.

REUTERS

Trotz vorheriger Warnungen vor juristischen Konsequenzen ist die Technoband Scooter auf der Krim aufgetreten. Jetzt haben die Bandmitglieder ein Problem mit der ukrainischen Justiz.

Die ukrainische Staatsanwaltschaft auf der von Russland besetzten Schwarzmeerhalbinsel Krim ermittelt offenbar gegen Scooter. Das meldet die Deutsche Presseagentur und beruft sich auf einen Bericht der ukrainischen Nachrichtenagentur Unian. Demnach wird Deutschland gebeten, bei einer Befragung der Band Rechtshilfe zu leisten. Den Bandmitgliedern sollen bis zu acht Jahre Haft drohen.

Am Freitagabend hatte Scooter als Headliner beim Festival ZBFest in Balaklawa nahe der Marinestadt Sewastopol gespielt. Dass der Auftritt auf der Krim heikel ist, wussten H.P. Baxxter und seine Scooter-Bandkollegen vorher. Spätestens seit der öffentlichen Empörung über ihre geplante Konzertreise im Juni war klar: Trotz aller Beteuerungen, man mache nur Musik für Fans, ist eine Show im Besatzungsgebiet auch politisch.

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrej Melnyk, erklärte, die illegale Einreise Soocters auf die 2014 von Russland annektierte Halbinsel sei "ein Verbrechen mit schwerwiegenden rechtlichen Folgen". Er bestätigte der Funke Mediengruppe, dass ein Strafverfahren eingeleitet worden sei. "Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine gravierende Straftat, die weltweit geahndet wird."

Die Ukraine betrachtet Reisen auf die Krim von Russland aus, wie sie Scooter unternahm, als Verletzung ihrer Grenzen. Zudem lässt sie Künstler nicht einreisen, die seit 2014 auf der Krim aufgetreten sind. Beim Eurovision Song Contest in Kiew im Mai durfte deswegen die russische Kandidatin Julia Samoilowa nicht einreisen. Ihr war ein Auftritt auf der annektierten Krim im Jahr 2015 vorgeworfen worden.

Die russische Agentur Ria Nowosti meldete, für Scooter und die Zuhörer war es ein gelungener Abend. Die Fans hätten die Band ausgelassen gefeiert. Verabschiedet habe sich Frontmann Baxxter mit den Worten: "Spasibo, Crimea! See you next time."

cht/dpa



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