Berlin/Wiesbaden - Ursprünglich stammt der Begriff aus der Medizin, doch längst schon denkt jeder an Banken und Bahnhöfe, wenn er ihn hört: "Stresstest" ist das Wort des Jahres 2011 . Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag in Wiesbaden bekannt.
Auf den zweiten Platz nach "Stresstest" kam in diesem Jahr das Verb "Hebeln" vor "Arabellion" auf dem dritten Platz. Die Entscheidung für den "Stresstest" als Wort des Jahres begründete die Jury damit, dass der ursprünglich aus der Humanmedizin stammende Begriff 2011 auffällig oft gefallen sei. Er habe sich dabei aus sprachlicher Sicht als äußerst produktiv erwiesen und sei in den verschiedensten Bereichen anzutreffen gewesen. "Nicht nur Banken wurden auf ihre Belastbarkeit getestet, auch etwa das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21, die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg und deutsche Atomkraftwerke wurden Stresstests unterzogen", heißt es in der Begründung.
Diese Praxis und somit das Wort hätten dadurch politische, wirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Relevanz erlangt. "So ist Stresstest mittlerweile als fester Bestandteil der Alltagssprache anzusehen", fügten die Juroren der Gesellschaft für deutsche Sprache hinzu.
Das auf Platz zwei gelangte "Hebeln" wurde vor allem in der Schuldenkrise bei der Erweiterung des Euro-Rettungsschirms gebraucht. "Arabellion" wiederum gilt als Oberbegriff für politischen Umwälzungen in den arabischen und nordafrikanischen Ländern.
Wort des Jahres 2010 war "Wutbürger". Für ihre Liste aus zehn Wörtern sammelt die Gesellschaft für deutsche Sprache jeweils prägnante Begriffe aus den Medien, die die öffentliche Diskussion in dem Jahr bestimmt haben.
kuz/dapd
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