Kritik an den Medien Käßmann fordert mehr Religions-Berichterstattung

Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann wünscht sich mehr Berichte über religiöse Themen. Sie warf den Medien im SPIEGEL eine "Verachtung" der Realität vor. Schließlich gingen mehr Menschen regelmäßig in den Gottesdienst als in ein Fußballstadion.

Margot Käßmann (im Juni): "Ich finde diesen Traditionsverlust wirklich traurig"
ddp

Margot Käßmann (im Juni): "Ich finde diesen Traditionsverlust wirklich traurig"


Hamburg - Margot Käßmann findet religiöse Themen in den Medien unterrepräsentiert. "Es ist eine Verachtung der Realität, dass in den Medien solche Themen so wenig vorkommen. Ich finde diesen Traditionsverlust wirklich traurig" sagte die zurückgetretene Landesbischöfin und EKD-Ratsvorsitzende dem SPIEGEL. Auch sei die Bedeutung von Feiertagen nicht jedem klar: Die Menschen wüssten oft gar nicht, was gefeiert wird und verwechselten etwa den Reformationstag mit Halloween.

"50 Millionen Menschen in Deutschland sind Mitglieder einer Kirche. Fünf Millionen gehen regelmäßig am Sonntag in einen Gottesdienst, nur 700.000 besuchen am Wochenende ein Fußballstadion. Über Fußball aber wird ständig berichtet", so Käßmann. Das könne allerdings auch an den Einschaltquoten liegen: Das "Wort zum Sonntag" schalten immerhin knapp zwei Millionen Fernsehzuschauer ein, am Fußball-Samstag sitzen aber durchschnittlich zwischen fünf und sechs Millionen Menschen vor den Geräten.

Über die Zeit nach ihrem in den Medien omnipräsenten Rücktritt sagte Käßmann: "Ich bin einfach froh, meine Ruhe zu haben. Auch alle Einladungen zu Jahresrückblicken von Gottschalk bis Jauch habe ich abgesagt."

ore



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 284 Beiträge
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loncaros 29.10.2010
1. t
Keine Sorge Frau Käßmann, wenn der nächste hohe Christfundie sturzbesoffen durch die Innenstadt schlangenlinienfährt kommt das wieder auf Seite 1!
delta058 29.10.2010
2. Regelmäßig?
Zitat von sysopDie ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann wünscht sich mehr Berichte über religiöse Themen. Sie warf den Medien im SPIEGEL "Verachtung" der*Realität*vor. Schließlich gingen mehr Menschen regelmäßig in den Gottesdienst als in ein Fußballstadion. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,725942,00.html
Ich kann ja nur für die Regionen sprechen die ich kenne (THü, Sachsen, NRW), aber dort heißt Regelmäßig einmal zu Weihnachten, wenn überhaupt. Hat die Kirche denn nicht ein eigenes Blatt für ihre Veröffentlichungen? Mir war jedenfals so?
Catweazle123, 29.10.2010
3. Die zurückgetretene Landesbischöfin und EKD-Ratsvorsitzende
Wenn sie zurückgetreten ist, dann ist sie doch nicht mehr Bischöfin. Diese Frau ist eindeutig überrepräsentiert!
semper fi, 29.10.2010
4. -
Zitat von sysopDie ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann wünscht sich mehr Berichte über religiöse Themen. Sie warf den Medien im SPIEGEL "Verachtung" der*Realität*vor. Schließlich gingen mehr Menschen regelmäßig in den Gottesdienst als in ein Fußballstadion. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,725942,00.html
Wenn die Dame Religion und Fussball wirklich so verglichen hat, wie es im Artikel steht - ich habe keine Zweifel daran - dann fühle ich mich in der Einschätzung von Kässmanns Intelligenz bestätigt. Die Unterschiede sind ja wohl so offenkundig, dass es nicht einmal lohnt darüber zu schreiben.
frubi 29.10.2010
5. .
Zitat von sysopDie ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann wünscht sich mehr Berichte über religiöse Themen. Sie warf den Medien im SPIEGEL "Verachtung" der*Realität*vor. Schließlich gingen mehr Menschen regelmäßig in den Gottesdienst als in ein Fußballstadion. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,725942,00.html
Och nö. Bitte nicht. Wofür gibts denn die hauseigenen Kirchenzeitschriften. Das sollte ausreichen. Mir macht diese steigende Beachtung von Religion so langsam Sorgen. Anstatt dem extremen Islam mit Vernunft entgegen zu treten wird auf einmal die christlichen Religionen in den Vordergrund gedrängt. Die katholische Kirche hatte 2010 auch schon ausreichend mediale Präsenz. Das diese zu 100 % negativ war hat sich die Kirche selber zuzuschreiben.
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