Kritik an TV-Satire South Park vs. Scientology

Harte Zeiten für die "South Park"-Erfinder Stone und Parker: Erst kündigte Chefkoch-Stimme Hayes, jetzt kippte der Sender Comedy Central die Wiederholung einer Episode, die sich über Scientology lustig macht. Die Schöpfer der Satire-Serie haben der Sekte nun den Kampf angesagt.


Los Angeles – Geht es um die Wahrung religiöser Gefühle oder spielt Scientology seine Macht in Hollywood aus? Nach Protesten des amerikanischen Schauspielers und Scientology-Anhängers Tom Cruise verzichtete der US-Kabelsender Comedy Central auf die Wiederholung einer "South Park"-Folge, die sich über die umstrittene Religionsgemeinschaft lustig machte.

TV-Satire "South Park": "Kampf um die Welt hat begonnen"
REUTERS/ Comedy Central

TV-Satire "South Park": "Kampf um die Welt hat begonnen"

"Vielleicht hat Scientology diese Schlacht gewonnen", sagten die Serien-Schöpfer Matt Stone und Trey Parker der US-Zeitung "Daily Variety", "aber der Millionen-Jahre andauernde Kampf um die Welt hat gerade erst begonnen." In der entsprechenden Episode versteckte sich das Cartoon-Pendant von Tom Cruise im Wandschrank der "South Park"-Figur Stan, weil er diesen für die Reinkarnation des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard hielt. Der Witz basiert auf einer amerikanischen Redewendung ("to come out of the closet") für das Coming Out eines Homosexuellen. Gerüchte über Cruises sexuelle Ausrichtung geistern seit Jahren immer wieder durch die Medien.

Gerüchte amerikanischer Internet-Blogger, wonach Cruise angekündigt habe, keine Promotion für seinen neuen Film "Mission Impossible 3" zu machen, sollte die Folge ausgestraht werden, dementierte sein Sprecher Arnold Robinsen. "Das hat er niemals verlangt", sagte Robinsen der Nachrichtenagentur AP. Comedy Central und das Filmstudio Paramount, das Cruises neuen Blockbuster produziert hat, gehören beide dem Medienkonzern Viacom.

Seit ihrem Debüt im Jahr 1997 sorgte die Cartoon-Serie "South Park" immer wieder mit provokantem Humor und heftigen Satiren auf verschiedene Religionsgemeinschaften für Schlagzeilen. Erst letzte Woche verließ Soulsänger Isaac Hayes, die Stimme des afroamerikanischen Chefkochs die Serie und warf den Produzenten einen "unangemessenen" Umgang mit Religion vor.

"South Park"-Erfinder Stone vermutet hinter dem Ausstieg des Soulstars allerdings andere Gründe. "Es hat auf jeden Fall mit seinem Glauben an Scientology zu tun", so Stone laut AP. "Er hatte nämlich kein Problem damit, sich in unseren Episoden über Christen lustig zu machen und damit auch gutes Geld verdient."

jdl/AP



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