Kritischer chinesischer Künstler Ai Weiweis Atelier abgerissen

Abriss im Morgengrauen: Am Dienstag haben die Behörden das Atelier des Regierungskritikers Ai Weiwei in Shanghai abreißen lassen.  Die Aktion war zwar angekündigt, überraschte den Künstler aber doch: "Ich hätte nicht erwartet, dass es so schnell geht."

Ai Weiwei, chinesischer Künstler und Regierungskritiker
AFP

Ai Weiwei, chinesischer Künstler und Regierungskritiker


Shanghai - Chinas Machthaber erhöhen den Druck auf einen unbequemen Künstler: Ohne Vorwarnung haben die Behörden am frühen Dienstag das Atelier des Künstlers und Regimekritikers Ai Weiwei in Shanghai dem Erdboden gleich gemacht. "Obwohl ich wusste, dass sie es abreißen werden, habe ich nicht erwartet, dass es so schnell geht", sagte der 53-Jährige der Nachrichtenagentur AFP. Er sei sofort von Peking nach Shanghai geflogen, als er von dem Abriss erfahren habe.

Ai Weiwei ist der chinesischen Führung schon lange ein Dorn im Auge. Immer wieder macht er international auf Unfreiheit und Menschenrechtsverletzungen in seiner Heimat aufmerksam. Für seine offene Kritik an der kommunistischen Führung des Landes ist er immer wieder Repressalien ausgesetzt. Zuletzt wurde er Anfang Dezember an der Ausreise gehindert - eine Maßnahme, die wohl mit der Verleihung des Friedensnobelpreises an den inhaftierten Bürgerrechtler Liu Xiaobo in Zusammenhang steht. China hatte die Entscheidung des Nobelpreiskomitees stark kritisiert und jedem mit Sanktionen gedroht, der an der Verleihungszeremonie teilnimmt. Zahlreiche Regierungskritiker wurden unter Hausarrest gestellt.

Für das nun abgerissene 2000 Quadratmeter große Atelier Ai Weiweis hatte der Künstler ursprünglich eine Baugenehmigung der Behörden bekommen. Das Gelände hatte er für 30 Jahre gepachtet. Umgerechnet etwa 750.000 Euro hatte er in das Gebäude investiert - dann ordneten die Behörden den Abriss an. Ihre Begründung: "Unsachgemäße Benutzung".

kuz/AFP



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TheLynch 12.01.2011
1.
---Zitat--- Chinas Machthaber erhöhen den Druck auf einen unbequemen Künstler: *Ohne Vorwarnung* haben die Behörden am frühen Dienstag das Atelier des Künstlers und Regimekritikers Ai Weiwei in Shanghai dem Erdboden gleich gemacht. "*Obwohl ich wusste, dass sie es abreißen werden*, habe ich nicht erwartet, dass es so schnell geht", sagte der 53-Jährige der Nachrichtenagentur AFP. ---Zitatende--- Was denn nun? Ist nicht die einzige Stelle, die sich selber widerspricht. Pennen die Redakteure wieder?
avollmer 12.01.2011
2. Vielleicht rechtmäßig?
Stand in der Baugenehmigung als Nutzungszweck "künstlerische Tätigkeit zur Lobhudelei auf das System und zum Preisen der Regierung"? Oder ist es etwa so, dass "Tätigkeit" in der aktuellen chinesischen Sprachnorm das "Systemlobhudelei und Regierungspreisung" bereits einschließt, da jede Existenz in China diesem Zweck geweiht ist? Dann sollte man jeden Vertragsabschluss mit China unter diesem Aspekt neu bewerten, einschließlich der Verkäufe europäischer Staatsanleihen an China. Wenn der Aufkauf portugiesischer Anleihen nämlich der Lobhudelei auf das System und zum Preisen der Regierung dient, dann sollte sich Brüssel dringend erntshafte Gedanken über die Konsequenzen machen.
SchneiderG 12.01.2011
3. KPCH = Korrupte Partei China's
Zitat von sysopAbriss im Morgengrauen: Am Dienstag haben die Behörden das Atelier*des Regierungskritikers*Ai Weiwei in Shanghai abreißen lassen. *Die Aktion war zwar angekündigt, überraschte den Künstler aber doch: "Ich hätte nicht erwartet, dass es so schnell geht." http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,739030,00.html
Was will man da groß diskutieren. China ist eine Diktatur wo das "(Un-)Rechtssystem" den Diktatoren untergeordnet ist.
Ephemeris 12.01.2011
4. .....
Lasst uns einfach Chinas sorglosen Umgang mit dem Begriff (Un)-Recht , Naturschutz , Menschengesetzte...ect. ignorieren , und all unsere Wirtschaft dorthin verschieben, so dass China unsere gesamte Technik und das zugehörige Know-how bekommt , denn wir können doch dort billig produzieren ! ist doch prima
Shimodax, 12.01.2011
5. Nix Titel
Zitat von sysopAbriss im Morgengrauen: Am Dienstag haben die Behörden das Atelier*des Regierungskritikers*Ai Weiwei in Shanghai abreißen lassen. *Die Aktion war zwar angekündigt, überraschte den Künstler aber doch: "Ich hätte nicht erwartet, dass es so schnell geht." http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,739030,00.html
Naja, darf man nicht so eng sehen so lang die verwendeten Planierraupen Importe aus the deutsche Land waren. Exportiere Schwermaschinen, importiere chinesische Version von governance und alles ist gut (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,738790,00.html)
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