Drogen-Selbstporträts: Wenn Crystal Meth den Pinsel führt
Für 18 Tage war Bryan Saunders Körper ein Chemielabor: Etliche Medikamente und illegale Drogen will der Künstler geschluckt haben - zu jeder Substanz zeichnete er ein Selbstporträt. Entstanden ist eine Galerie von Zerrbildern, ein Abbild des Geistes während der Trips. Bitte nicht nachmachen!
Experimente mit Kunst unter Drogeneinfluss gab es zahlreiche, besonders in den sechziger Jahren. Kaum ein Künstler aber war zuletzt so konsequent wie Bryan Saunders. Seit mehr als 17 Jahren zeichnet oder malt der Amerikaner jeden Tag ein Selbstporträt - die meisten davon sind unter Drogen entstanden. Der Künstler hat nach eigenen Angaben so ziemlich alles genommen: Kokain, Crystal Meth, Speed - nur eine Auswahl der Substanzen, die er sich im Lauf der Jahre einverleibt haben will.
Immerhin ist der 43-Jährige überhaupt noch am Leben. Einige der Drogen hätten ihm physisch und psychisch heftig zugesetzt, sagte er der australischen Nachrichtenseite theage.com.au - "zugleich war es künstlerisch wundervoll und spannend, mich auf diese neue Art zu sehen".
Mit den Dämonen in seinem Inneren kämpft Saunders schon lange: Sein Psychiater habe ihm Antipsychotika und starke Beruhigungsmittel verschrieben. "Ich habe alles genommen, was mir gegeben wurde", so Saunders. Später hätten ihm Leute illegale Drogen angeboten, in einer Phase im Jahr 2001 habe er 18 Substanzen in elf Tagen genommen. So entstanden die ersten Bilder der Serie "Drugs". "In der Zeit hatte ich emotionale Probleme, Kunst und Drogen waren eine Art produktive Ausflucht", so Saunders.
Der Effekt der Substanzen sei sehr unterschiedlich gewesen - und keineswegs immer positiv: Viele der Drogen und Medikamente hätten einen sehr unangenehmen Effekt gehabt, "mein Gehirn hat sicher etwas Schaden genommen", sagte Saunders. Nach zwei Wochen habe er heftige Ausfallerscheinungen gehabt, Freunde hätten ihn dann gestoppt.
Heute nehme er nur noch gelegentlich Drogen, "nur wenn mir jemand etwas Neues anbietet". Künstlerisch beschäftigt Saunders sich mit anderen Projekten: Er nimmt seine Gespräche im Schlaf auf - oder erstellt Editionen aus Fotos von Fuß-Operationen. Darauf allerdings wäre man nicht einmal in den sechziger Jahren gekommen.
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usp
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- Donnerstag, 30.08.2012 – 16:49 Uhr
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