Kunst-Highlights 2013: Macht mal die Augen auf, Leute

Von Ingeborg Wiensowski

3. Teil: Punk, Frauen und Polit-Bauten - der Februar

Die Schirn Kunsthalle in Frankfurt ehrt Yoko Ono mit der Retrospektive "Half-A-Wind Show" zu ihrem 80. Geburtstag am 18. Februar. Rund hundert Objekte, Filme, Installationen, Fotos, Zeichnungen, Textarbeiten und ein eigener Musikraum bieten einen Überblick über Onos Kosmos, und die Werke aus den sechziger und siebziger Jahren zeigen ihren Einfluss auf die Fluxus-Bewegung und die Konzept- und Performancekunst. Ono zeigt auch ihre neue Installation und Performance "Moving Mountains" (15. Februar bis 12. Mai).

Ebenfalls in Frankfurt sind alle Videoinstallationen seit 1996 von Rineke Dijkstra zu sehen. "The Krazy House" heißt die Ausstellung der Niederländerin, in deren Arbeiten das Heranwachsen junger Menschen in einer von Konventionen und Codes geprägten Gesellschaft im Mittelpunkt steht. Zu den Videos kommen einige Fotografien von Dijkstra, und sie wählt zu ihrer Ausstellung außerdem rund 50 Werke von Künstlern wie Douglas Gordon, Isa Genzken, Tobias Rehberger oder On Kawara aus der Sammlung des MMK aus, die sie in Bezug zu ihrer eigenen Arbeit setzt. (MMK, 23. Februar bis 26. Mai)

In Berlin zeigt der Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart vom 23. Februar bis 18. August "Kippenberger: sehr gut / very good". Um die Person Martin Kippenberger, der 1978 nach Berlin zog und dort sein "Kippenberger Büro" zusammen mit Gisela Capitain gründete, ranken sich viele Geschichten, nicht nur um seine Malerei und die Titel seiner Bilder, sondern auch um sein exzessives Leben zwischen "SO 36" und Paris Bar, zwischen Punkbands und Damen der Gesellschaft. Kippenberger, der 1997 starb, wäre in diesem Jahr 60 Jahre alt geworden.

Auch Christoph Schlingensief, anfangs Regisseur, dann bildender Künstler und immer Provokateur, trennte Kunst und Leben nicht und auch er starb vor zwei Jahren viel zu früh. Die KunstWerke in Berlin zeigen 50 Werke von ihm in der Schau "4 Wochen, 24 Stunden" (10. Februar bis 10. März)

Sehen die vielen neuen Regierungsbauten in Berlin so aus, wie sie entworfen wurden? Oder hätte es vielleicht sogar bessere Vorschläge gegeben? Das kann man in der Ausstellung "Aus der Sammlung: Das Neue Berlin - Internationale Entwürfe für Regierungsbauten und Botschaften seit 1990" in der Berlinischen Galerie überprüfen, die neben den Projekten vom Auswärtigen Amt über Reichstag, Bundeskanzleramt oder Bundesnachrichtendienst auch die Botschaften der Länder Indien, Mexiko, Niederlande und Türkei zeigt (22. Februar bis 30. September).

Freuen kann man sich auf die große Überblicksschau "Die Bildhauer. Kunstakademie Düsseldorf, 1945 bis heute", natürlich in Düsseldorf im Museum K20. Sie zeigt auf 2400 Quadratmetern in drei Ausstellungshallen Werke von früher und jetzt noch lehrenden Bildhauerinnen und Bildhauern an der traditionsreichen Düsseldorfer Kunstakademie wie Ewald Mataré, Joseph Beuys, Nam June Paik, Norbert Kricke, Tony Cragg oder Katharina Fritsch und ehemalige Studenten, darunter Isa Genzken, Thomas Grünfeld, Georg Herold, Martin Honert, Jörg Immendorff, Magdalena Jetelová, Hubert Kiecol, Imi Knoebel, Rita McBride, Reinhard Mucha, Klaus Rinke, Thomas Schütte, Pia Stadtbäumer, Rosemarie Trockel und Paloma Varga Weisz (20. Februar bis 28. Juli).

In Essen sind im Folkwang Museum in der Schau "Die Engel von Paul Klee" 80 Exemplare jener höheren Wesen zu sehen (2. Februar bis 14. April). Vom 28. April bis zum 7. Juli wandert die Schau in die Kunsthalle Hamburg.

Eine Schau über "Karl Friedrich Schinkel - Geschichte und Poesie" zeigt die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in München (1. Februar bis 12. Mai), dessen Architektur den Klassizismus und Historismus prägte.

Wer in Wien ist, darf die Retrospektive von Franz West "Wo ist mein Achter?" nicht verpassen (Mumok, 23. Februar bis 26. Mai). West, der im Juli 2012 starb, hat noch selbst an der Präsentation seiner spielerischen skulpturalen "Kombi-Werke" mitgearbeitet.

Der Berliner Maler Jonas Burgert nennt seine Schau in der Kestner Gesellschaft (22. Februar bis 28. April) in Hannover "schutt und futter". Zu sehen sind die neuesten großformatigen Ölgemälde des jungen Vertreters aktueller Figuration mit bühnenhaften Illusionsräumen, die von archetypischen Gestalten und sinnbildlichen Requisiten bevölkert sind.

Ebenfalls in Hannover bekommt der in Berlin lebende Ukrainer Boris Mikhailov den Internationalen Fotopreis Spektrum der Stiftung Niedersachsen verliehen und das Sprengel Museum zeigt unter dem Titel "The Bookmaker" (24. Februar bis 20. Mai) Künstlerbücher von Mikhailov. Im gleichen Museum wird Meret Oppenheim zu ihrem 100. Geburtstag mit der Ausstellung "Über den Bäumen" geehrt. Zu sehen sind rund 60 Zeichnungen der deutschen Künstlerin (20. Februar bis 5. Mai).

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