Kunst-Highlights 2013: Macht mal die Augen auf, Leute

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4. Teil: Die Erziehungsmaschinen und David Bowie - der März

Eine weitere Meret Oppenheim-Ausstellung ist im Bank Austria Kunstforum in Wien zu sehen (21. März bis 14. Juli). Die umfassende Retrospektive der Surrealistin wandert anschließend nach Berlin, der Geburtsstadt der Wahlpariserin (Martin-Gropius-Bau, 16. August bis 1. Dezember).

Dresden zeigt eine Schau zur europäischen Romantik (Galerie Neue Meister im Albertinum, 16. März bis 14. Juli). "Die Erschütterung der Sinne. Constable, Delacroix, Friedrich Goya" heißt sie und zeigt neben wunderbaren Bildern der alten Romantiker auch Werke von Zeitgenossen wie Luc Tuymans, Gerhard Richter oder Jeff Wall.

Der deutsche Fotograf und Turner-Preisträger Wolfgang Tillmans stellt im K21 (2. März bis 7. Juli) in Düsseldorf einen Überblick aus seinem Gesamtwerk aus. Seine niederländische Kollegin Marijke von Warmerdam präsentiert in der Düsseldorfer Kunsthalle (9. März bis 5. Mai) ihre Schau "Nahebei in der Ferne" mit Fotografien, Videos und Filmen.

Künstlerinnen wie die Amerikanerinnen Elizabeth Peyton oder Pae White sind fast in der gleichen Zeit bekanntgeworden wie Tillmans oder Warmerdam, aber Pae White, deren Arbeit zwischen Design und Kunst schon in einer großen Halle auf der Venedig-Biennale zu sehen war, erhält erst jetzt in Deutschland ihre erste Museumsschau in Neuss (Langen Foundation, 3. März bis 7. Juli). Von Elizabeth Peyton zeigt die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden 30 Porträt-Gemälde (23. März bis 23. Juni).

Erst 30 Jahre alt ist die tschechische Künstlerin Eva Kotátková, die schon jetzt mit ihrer ersten institutionellen Ausstellung den Kunstverein Braunschweig (9. März bis 12. Mai) bespielt. Sie zeigt Skulpturen, Installationen aus surreal anmutenden Collagen, Raumgefügen und sogenannten Erziehungsmaschinen und vor allem Zeichnungen und Collagen, in denen sich Kotátková kritisch mit Erziehungs- und Bildungskonzepten auseinandersetzt.

Schon länger im Geschäft ist Hans-Peter Feldmann, der sogar für ein paar Jahre die Kunst aufgab und dem Kunstbetrieb fernblieb. Gott sei Dank ist er zurück mit seinen gefundenen Fotoserien, seinen Installationen und Bildern, wofür er im Jahr 2011 den Hugo-Boss-Preis im New Yorker Guggenheim Museum bekam und mit dem Preisgeld von 100.000 Dollar die Wände seines Ausstellungsraumes tapezierte. In Hamburg wird Feldmann in seiner Deichtorhallen-Ausstellung zentrale Serien und Installationen, Skulpturen und Bilder aus über vier Jahrzehnten zeigen (1. März bis 2. Juni).

In der Sammlung Falckenberg, die zur Ausstellungsinstitution Deichtorhallen gehört, ist im März (16. März bis 18. August) das künstlerische Werk des Schriftstellers William S. Burroughs in der Schau "The Name is Burroughs - Expanded Media" zu sehen. Gezeigt werden Filme und Fotografien, Gemälde und Arbeiten auf Papier.

Auch der britische Musiker David Bowie hat viele Talente, wie die 300 Exponate in der ersten Ausstellung seiner künstlerischen Arbeiten im Londoner Victoria & Albert Museum zeigen (23. März bis 28. Juli). So entwarf Bowie Kostüme, Bühnenbilder und Album-Cover, drehte Filme und Videos und fotografierte.

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe zeigt im Frühjahr eine Ausstellung mit rund 120 Skulpturen, Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen, Fotografien und Videos der japanisch-schweizerischen Künstlerin Leiko Ikemura. Unter dem Titel "i-migration" widmet sich die Ausstellung erstmals der Frage nach der politischen Dimension von Ikemuras Kunst (9. März bis 16. Juni).

Die Kunsthalle Bielefeld widmet sich in der Ausstellung "Schönheit und Geheimnis - Der Deutsche Symbolismus 1870-1920" der deutschen Entwicklung der symbolistischen Kunst, die ihre Wurzeln in der Romantik hat. Während die Entwicklung von Industrie und Technik rasant fortschritt, und sich die Lebensverhältnisse veränderten, reagierten die Künstler des Symbolismus mit einer neuen Spiritualität auf den Materialismus der Gründerzeit. (24. März bis 7. Juli). Zu sehen sind Bilder von Anselm Feuerbach, Hans von Marées, Arnold Böcklin, Max Klinger, Hans Thoma und Ludwig von Hofmann.

Das Museum Ludwig in Köln zeigt erstmals seit ihrer Entstehung zur Weltausstellung in Brüssel im Jahre 1958 die raumgreifende Wandarbeit "The Americans von Saul Steinberg" (23. März bis 23. Juni). Der Amerikaner Steinberg, gebürtiger Rumäne, kam in den frühen vierziger Jahren nach New York, wo er vor allem mit seinen Covergestaltungen für die Zeitschrift "New Yorker" bekannt wurde. Seine Wandtableaus für den amerikanischen Pavillon in Brüssel haben eine Gesamtlänge von über siebzig Metern und zeigen ein komisch-kritisches Panorama des "American Way of Life". Ergänzt wird die Schau durch thematisch verwandte Zeichnungen aus den fünfziger Jahren und Zeitschriftenillustrationen.

"Hans Hoffmann - Magnum Opus" ist im Museum Pfalzgalerie in Kaiserslautern zu sehen und es ist wirklich ein großes Werk, mit dem der deutsch-amerikanische abstrakte Expressionist Kollegen wie Jackson Pollock oder Barnett Newman beeinflusste (9. März bis 16. Juni).

Ein Besuch im Londoner Britischen Museum lohnt sich immer, in der Zeit vom 28. März bis zum 29. September aber besonders, weil dort "Life and Death in Pompeii and Herculaneum" zu sehen ist, eine große Ausstellung mit rund 250 Objekten, darunter auch neuen Funden.

Und wenn es in der Münchner Alten Pinakothek eine Ausstellung mit Gemälden des niederländischen Malers Jan Brueghel dem Älteren und seinen Zeitgenossen wie zum Beispiel Peter Paul Rubens gibt, dann sollte man sich die unbedingt ansehen (22. März bis 16. Juni).

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