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01. Januar 2013, 09:58 Uhr

Kunst-Highlights 2013

Macht mal die Augen auf, Leute

Von Ingeborg Wiensowski

Kraftwerk in Düsseldorf - und alle Tickets sind weg! Wer auf die Mensch-Maschinen-Musiker nicht verzichten will, sollte weiterlesen. So wie alle, die wissen wollen, was das Kunstjahr zu bieten hat. Klettern in Kuppelbauten zum Beispiel. Essen zum Gucken. Und: Schlange stehen. Sehen. Staunen.

2013 wird ein gutes Ausstellungsjahr, auch wenn die Museen nicht mehr Geld haben als zuvor - trotz wachsender Besucherzahlen. Dafür verlängern sie dann einfach die Laufzeiten ihrer Ausstellungen und zeigen mal eine Schau weniger. Das dürfte sogar positiv für die Besucher sein, denn so sind die Ausstellungen nicht so schnell vorbei, ehe man es ins Museum oder den Kunstverein geschafft hat.

Ein einsames Highlight mit Besucherrekorden wie die Documenta in Kassel kann das Jahr 2013 nicht vorweisen. Aber die 55. Kunstbiennale in Venedig ist vielversprechend - und liegt noch dazu in der schöneren Stadt. Wer früh genug plant, kann zumindest bei den Reisekosten sparen.

Die Biennale geht in diesem Jahr länger als sonst (1. Juni bis 24. November), Kurator ist der Italiener Massimiliano Gioni, mit 39 Jahren der bisher jüngste künstlerische Leiter der ältesten Biennale. Der Titel seiner Venedig Biennale "Palazzo Enciclopedico" bezieht sich auf den Traum des Künstlers Marino Auriti, für das gesamte Wissen der Menschheit ein gigantisches Museum zu bauen. Auriti, US-Amerikaner italienischer Herkunft, entwarf 1955 ein Modell des Traum-Museums, das in Washington D.C. stehen und ein zylindrischer, sich nach oben verjüngender Bau mit 136 Stockwerken sein sollte. Das Modell wird natürlich zu sehen sein.

Ein ganz großes Highlight anderer Art bietet die Frankfurter Schirn mit "Philip Guston - das große Spätwerk" (6. November bis 2. Februar 2014). Der abstrakte Expressionist brach Ende der sechziger Jahre mit seinem Stil und brachte als Erster die Figur in die amerikanische Malerei zurück - ein Verrat und Skandal aus Sicht von Kritikern und Kollegen.

Zu entdecken gibt es aber auch vieles in weniger spektakulären und kleineren Ausstellungen. Oder in Schauen von Künstlern, von denen man länger nichts gesehen hat, wie zum Beispiel von der Niederländerin Rineke Dijkstra, deren filmisches Werk zum ersten Mal umfassend im MMK Frankfurt (23. März bis 26. Mai) vorgestellt wird.

Auch Ausstellungen, für die man Schlange stehen muss, wird es sicherlich wieder geben. "Manet: Portraying Life" ist so ein Aspirant in London (Royal Academy, 26. Januar bis 14. April). Und schon kurz nach der Ankündigung ausverkauft war die Kraftwerk 3-D-Konzertreihe "Der Katalog - 1 2 3 4 5 6 7 8" im Düsseldorfer K20 (11. Januar bis 20. Januar). Vielleicht können wenigstens die Veranstaltungen rund um die Kraftwerk-Konzertreihe die Kartenlosen trösten, wie zum Beispiel das wissenschaftliche Symposium am 11. Januar, das die ästhetischen Konzepte, die Wirkungsgeschichte der Band und die Wechselbeziehungen zwischen Popmusik und bildender Kunst beleuchtet. Außerdem kommt eine deutschsprachige, auf 3333 Stück limitierte CD-Box mit dem Titel "Der Katalog" heraus, die für kurze Zeit erhältlich sein wird. Und die Fotoausstellung "Kraftwerk Roboter" (12. Januar bis 30. Januar, NRW-Forum Düsseldorf) bietet mehr als 30 bisher unveröffentlichte Aufnahmen von Peter Boettcher zum zentralen Kraftwerk-Thema Mensch und Maschine.

Auch in der Ausstellung "Tomás Saraceno - In den Umlaufbahnen" im Düsseldorfer K21 (22. Juni bis 7. September 2014) wird man trotz der langen Laufzeit immer wieder auf Zutritt in die riesige Rauminstallation im Kuppelgeschoss warten müssen. Aber dann kann jeder, der schwindelfrei ist, in mehr als 20 Metern Höhe in einer Konstruktion aus nahezu transparenten Stahl-Netzen herumklettern.

Tja, aber was läuft denn sonst noch so? Und wann? Und wo?

In der KulturSPIEGEL-Tageskarte "Kunst" finden Sie in dieser und den drei kommenden Wochen die Jahresvorschau für die wichtigsten und spannendsten Ausstellungen.

Wir beginnen in dieser Woche mit den Ausstellungen für die Monate Januar bis März:

Kraftwerk und zerlegte Körper - der Januar

Die Kraftwerk Konzertreihe im K20 in Düsseldorf wurde im Vorwort erwähnt, Karten zu bekommen scheint aussichtslos. Beim Kraftwerk-Symposium (11. Januar) kann man erfahren, warum sich die Kunstszene so dermaßen für die Gruppe interessiert und in der Fotoausstellung "Kraftwerk Roboter" ist diese Faszination hoffentlich auch heute noch nachzuvollziehen (12. Januar bis 30. Januar, NRW-Forum Düsseldorf).

Die Frage nach Mensch, Maschine und virtuellen Welten, die zu Zeiten von Kraftwerk neu war, ist heute die Norm. Das zeigt das jährliche Festival "transmediale 2013" im Berliner Haus der Kulturen der Welt vom 29. Januar bis 3. Februar. Neben Veranstaltungen, Workshops und Performances gibt es eine große Schau mit 48 Werken von 13 Filmkünstlern, darunter zum Beispiel die Turner-Prize-Gewinnerin Elizabeth Price oder Eija-Liisa Ahtila und Dennis Adams.

In Berlin sind gleich zwei großartige Fotoausstellungen im Martin-Gropius-Bau zu sehen: "Margret Bourke-White - Fotografien" umfasst rund 150 Aufnahmen, dazu Zeitschriften mit ihren Reportagen und persönliche Dokumente (18. Januar bis 14. April), und die Schau des Berliner Fotografen Michael Schmidt - Lebensmittel, die schon an anderen Orten gezeigt worden ist, kommt vom 12. Januar bis 1. April endlich auch nach Berlin.

In Riehen bei Basel zeigt die Fondation Beyeler "Ferdinand Hodler - 75 Selbstbildnisse, Porträts, Landschaften" aus dem letzten Schaffensjahren des Symbolisten (27. Januar bis 26. Mai) und im Baseler Museum Tinguely kann man sich schon im Januar auf die berühmte Basler Fasnacht mit der Ausstellung "Kuttlebutzer - Entwürfe, Masken und Kostüme von Tinguely" (23. Januar bis 14. April) vorbereiten.

In der Hamburger Kunsthalle ist "Giacometti - Die Spielfelder" zu sehen (25. Januar bis 19. Mai). 120 Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen und Fotos aus 40 Jahren zeigen, welchen Einfluss das surrealistische Frühwerk des Schweizers auf seine berühmten schmalen, hohen Skulpturen hatte.

Parallel dazu widmet sich das Bucerius Kunst Forum in Hamburg der Porträtkunst des Schweizers mit der Schau "Alberto Giacometti. Begegnungen" (26. Januar bis 20. Mai).

In Klosterneuerburg bei Wien ehrt das Sammlerpaar Agnes und Karlheinz Essl den Maler und Bildhauer Georg Baselitz zu dessen 75. Geburtstag mit einer Einzelschau (18. Januar bis 20. Mai).

Im Leverkusener Museum Morsbroich geht es mit "Twisted Entities. Zeitgenössische polnische Kunst" (27. Januar bis 28. April) ziemlich chaotisch zu: Räume werden aufgebrochen, verschoben oder auf den Kopf gestellt, Körper zerlegt, eingezwängt und deformiert und die junge polnische Kunstszene führt ihre Arbeitsprozesse ad absurdum.

Sicher sind ihre Werke umstritten, aber das kann sich ändern. So sorgten zum Beispiel auch die Gemälde "Frühstück im Grünen" oder "Olympia" von Edouard Manet bei ihren ersten Ausstellungen für Skandale, heute werden 50 wunderbare Bilder des Franzosen in "Manet: Portraying Life" in der Londoner Royal Academy of Arts für Besucherandrang sorgen (26. Januar bis 14. April).

In der Wiener Albertina wird die erste Retrospektive von Max Ernst mit 150 Gemälden, Collagen, Skulpturen, Büchern und dazu Dokumenten einen Überblick auf alle Werkphasen geben (23. Januar bis 5. Mai) und auch im Wolfsburger Kunstmuseum ist ein ganzer Lebens- und Arbeitsabschnitt des Fotografen Steve McCurry zu sehen. "Im Fluss der Zeit. Fotografien aus Asien 1980 - 2011" heißt die Schau mit dem farbgewaltigen Œuvre des amerikanischen Magnum-Fotografen (19. Januar bis 16. Juni)

Punk, Frauen und Polit-Bauten - der Februar

Die Schirn Kunsthalle in Frankfurt ehrt Yoko Ono mit der Retrospektive "Half-A-Wind Show" zu ihrem 80. Geburtstag am 18. Februar. Rund hundert Objekte, Filme, Installationen, Fotos, Zeichnungen, Textarbeiten und ein eigener Musikraum bieten einen Überblick über Onos Kosmos, und die Werke aus den sechziger und siebziger Jahren zeigen ihren Einfluss auf die Fluxus-Bewegung und die Konzept- und Performancekunst. Ono zeigt auch ihre neue Installation und Performance "Moving Mountains" (15. Februar bis 12. Mai).

Ebenfalls in Frankfurt sind alle Videoinstallationen seit 1996 von Rineke Dijkstra zu sehen. "The Krazy House" heißt die Ausstellung der Niederländerin, in deren Arbeiten das Heranwachsen junger Menschen in einer von Konventionen und Codes geprägten Gesellschaft im Mittelpunkt steht. Zu den Videos kommen einige Fotografien von Dijkstra, und sie wählt zu ihrer Ausstellung außerdem rund 50 Werke von Künstlern wie Douglas Gordon, Isa Genzken, Tobias Rehberger oder On Kawara aus der Sammlung des MMK aus, die sie in Bezug zu ihrer eigenen Arbeit setzt. (MMK, 23. Februar bis 26. Mai)

In Berlin zeigt der Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart vom 23. Februar bis 18. August "Kippenberger: sehr gut / very good". Um die Person Martin Kippenberger, der 1978 nach Berlin zog und dort sein "Kippenberger Büro" zusammen mit Gisela Capitain gründete, ranken sich viele Geschichten, nicht nur um seine Malerei und die Titel seiner Bilder, sondern auch um sein exzessives Leben zwischen "SO 36" und Paris Bar, zwischen Punkbands und Damen der Gesellschaft. Kippenberger, der 1997 starb, wäre in diesem Jahr 60 Jahre alt geworden.

Auch Christoph Schlingensief, anfangs Regisseur, dann bildender Künstler und immer Provokateur, trennte Kunst und Leben nicht und auch er starb vor zwei Jahren viel zu früh. Die KunstWerke in Berlin zeigen 50 Werke von ihm in der Schau "4 Wochen, 24 Stunden" (10. Februar bis 10. März)

Sehen die vielen neuen Regierungsbauten in Berlin so aus, wie sie entworfen wurden? Oder hätte es vielleicht sogar bessere Vorschläge gegeben? Das kann man in der Ausstellung "Aus der Sammlung: Das Neue Berlin - Internationale Entwürfe für Regierungsbauten und Botschaften seit 1990" in der Berlinischen Galerie überprüfen, die neben den Projekten vom Auswärtigen Amt über Reichstag, Bundeskanzleramt oder Bundesnachrichtendienst auch die Botschaften der Länder Indien, Mexiko, Niederlande und Türkei zeigt (22. Februar bis 30. September).

Freuen kann man sich auf die große Überblicksschau "Die Bildhauer. Kunstakademie Düsseldorf, 1945 bis heute", natürlich in Düsseldorf im Museum K20. Sie zeigt auf 2400 Quadratmetern in drei Ausstellungshallen Werke von früher und jetzt noch lehrenden Bildhauerinnen und Bildhauern an der traditionsreichen Düsseldorfer Kunstakademie wie Ewald Mataré, Joseph Beuys, Nam June Paik, Norbert Kricke, Tony Cragg oder Katharina Fritsch und ehemalige Studenten, darunter Isa Genzken, Thomas Grünfeld, Georg Herold, Martin Honert, Jörg Immendorff, Magdalena Jetelová, Hubert Kiecol, Imi Knoebel, Rita McBride, Reinhard Mucha, Klaus Rinke, Thomas Schütte, Pia Stadtbäumer, Rosemarie Trockel und Paloma Varga Weisz (20. Februar bis 28. Juli).

In Essen sind im Folkwang Museum in der Schau "Die Engel von Paul Klee" 80 Exemplare jener höheren Wesen zu sehen (2. Februar bis 14. April). Vom 28. April bis zum 7. Juli wandert die Schau in die Kunsthalle Hamburg.

Eine Schau über "Karl Friedrich Schinkel - Geschichte und Poesie" zeigt die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in München (1. Februar bis 12. Mai), dessen Architektur den Klassizismus und Historismus prägte.

Wer in Wien ist, darf die Retrospektive von Franz West "Wo ist mein Achter?" nicht verpassen (Mumok, 23. Februar bis 26. Mai). West, der im Juli 2012 starb, hat noch selbst an der Präsentation seiner spielerischen skulpturalen "Kombi-Werke" mitgearbeitet.

Der Berliner Maler Jonas Burgert nennt seine Schau in der Kestner Gesellschaft (22. Februar bis 28. April) in Hannover "schutt und futter". Zu sehen sind die neuesten großformatigen Ölgemälde des jungen Vertreters aktueller Figuration mit bühnenhaften Illusionsräumen, die von archetypischen Gestalten und sinnbildlichen Requisiten bevölkert sind.

Ebenfalls in Hannover bekommt der in Berlin lebende Ukrainer Boris Mikhailov den Internationalen Fotopreis Spektrum der Stiftung Niedersachsen verliehen und das Sprengel Museum zeigt unter dem Titel "The Bookmaker" (24. Februar bis 20. Mai) Künstlerbücher von Mikhailov. Im gleichen Museum wird Meret Oppenheim zu ihrem 100. Geburtstag mit der Ausstellung "Über den Bäumen" geehrt. Zu sehen sind rund 60 Zeichnungen der deutschen Künstlerin (20. Februar bis 5. Mai).

Die Erziehungsmaschinen und David Bowie - der März

Eine weitere Meret Oppenheim-Ausstellung ist im Bank Austria Kunstforum in Wien zu sehen (21. März bis 14. Juli). Die umfassende Retrospektive der Surrealistin wandert anschließend nach Berlin, der Geburtsstadt der Wahlpariserin (Martin-Gropius-Bau, 16. August bis 1. Dezember).

Dresden zeigt eine Schau zur europäischen Romantik (Galerie Neue Meister im Albertinum, 16. März bis 14. Juli). "Die Erschütterung der Sinne. Constable, Delacroix, Friedrich Goya" heißt sie und zeigt neben wunderbaren Bildern der alten Romantiker auch Werke von Zeitgenossen wie Luc Tuymans, Gerhard Richter oder Jeff Wall.

Der deutsche Fotograf und Turner-Preisträger Wolfgang Tillmans stellt im K21 (2. März bis 7. Juli) in Düsseldorf einen Überblick aus seinem Gesamtwerk aus. Seine niederländische Kollegin Marijke von Warmerdam präsentiert in der Düsseldorfer Kunsthalle (9. März bis 5. Mai) ihre Schau "Nahebei in der Ferne" mit Fotografien, Videos und Filmen.

Künstlerinnen wie die Amerikanerinnen Elizabeth Peyton oder Pae White sind fast in der gleichen Zeit bekanntgeworden wie Tillmans oder Warmerdam, aber Pae White, deren Arbeit zwischen Design und Kunst schon in einer großen Halle auf der Venedig-Biennale zu sehen war, erhält erst jetzt in Deutschland ihre erste Museumsschau in Neuss (Langen Foundation, 3. März bis 7. Juli). Von Elizabeth Peyton zeigt die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden 30 Porträt-Gemälde (23. März bis 23. Juni).

Erst 30 Jahre alt ist die tschechische Künstlerin Eva Kotátková, die schon jetzt mit ihrer ersten institutionellen Ausstellung den Kunstverein Braunschweig (9. März bis 12. Mai) bespielt. Sie zeigt Skulpturen, Installationen aus surreal anmutenden Collagen, Raumgefügen und sogenannten Erziehungsmaschinen und vor allem Zeichnungen und Collagen, in denen sich Kotátková kritisch mit Erziehungs- und Bildungskonzepten auseinandersetzt.

Schon länger im Geschäft ist Hans-Peter Feldmann, der sogar für ein paar Jahre die Kunst aufgab und dem Kunstbetrieb fernblieb. Gott sei Dank ist er zurück mit seinen gefundenen Fotoserien, seinen Installationen und Bildern, wofür er im Jahr 2011 den Hugo-Boss-Preis im New Yorker Guggenheim Museum bekam und mit dem Preisgeld von 100.000 Dollar die Wände seines Ausstellungsraumes tapezierte. In Hamburg wird Feldmann in seiner Deichtorhallen-Ausstellung zentrale Serien und Installationen, Skulpturen und Bilder aus über vier Jahrzehnten zeigen (1. März bis 2. Juni).

In der Sammlung Falckenberg, die zur Ausstellungsinstitution Deichtorhallen gehört, ist im März (16. März bis 18. August) das künstlerische Werk des Schriftstellers William S. Burroughs in der Schau "The Name is Burroughs - Expanded Media" zu sehen. Gezeigt werden Filme und Fotografien, Gemälde und Arbeiten auf Papier.

Auch der britische Musiker David Bowie hat viele Talente, wie die 300 Exponate in der ersten Ausstellung seiner künstlerischen Arbeiten im Londoner Victoria & Albert Museum zeigen (23. März bis 28. Juli). So entwarf Bowie Kostüme, Bühnenbilder und Album-Cover, drehte Filme und Videos und fotografierte.

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe zeigt im Frühjahr eine Ausstellung mit rund 120 Skulpturen, Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen, Fotografien und Videos der japanisch-schweizerischen Künstlerin Leiko Ikemura. Unter dem Titel "i-migration" widmet sich die Ausstellung erstmals der Frage nach der politischen Dimension von Ikemuras Kunst (9. März bis 16. Juni).

Die Kunsthalle Bielefeld widmet sich in der Ausstellung "Schönheit und Geheimnis - Der Deutsche Symbolismus 1870-1920" der deutschen Entwicklung der symbolistischen Kunst, die ihre Wurzeln in der Romantik hat. Während die Entwicklung von Industrie und Technik rasant fortschritt, und sich die Lebensverhältnisse veränderten, reagierten die Künstler des Symbolismus mit einer neuen Spiritualität auf den Materialismus der Gründerzeit. (24. März bis 7. Juli). Zu sehen sind Bilder von Anselm Feuerbach, Hans von Marées, Arnold Böcklin, Max Klinger, Hans Thoma und Ludwig von Hofmann.

Das Museum Ludwig in Köln zeigt erstmals seit ihrer Entstehung zur Weltausstellung in Brüssel im Jahre 1958 die raumgreifende Wandarbeit "The Americans von Saul Steinberg" (23. März bis 23. Juni). Der Amerikaner Steinberg, gebürtiger Rumäne, kam in den frühen vierziger Jahren nach New York, wo er vor allem mit seinen Covergestaltungen für die Zeitschrift "New Yorker" bekannt wurde. Seine Wandtableaus für den amerikanischen Pavillon in Brüssel haben eine Gesamtlänge von über siebzig Metern und zeigen ein komisch-kritisches Panorama des "American Way of Life". Ergänzt wird die Schau durch thematisch verwandte Zeichnungen aus den fünfziger Jahren und Zeitschriftenillustrationen.

"Hans Hoffmann - Magnum Opus" ist im Museum Pfalzgalerie in Kaiserslautern zu sehen und es ist wirklich ein großes Werk, mit dem der deutsch-amerikanische abstrakte Expressionist Kollegen wie Jackson Pollock oder Barnett Newman beeinflusste (9. März bis 16. Juni).

Ein Besuch im Londoner Britischen Museum lohnt sich immer, in der Zeit vom 28. März bis zum 29. September aber besonders, weil dort "Life and Death in Pompeii and Herculaneum" zu sehen ist, eine große Ausstellung mit rund 250 Objekten, darunter auch neuen Funden.

Und wenn es in der Münchner Alten Pinakothek eine Ausstellung mit Gemälden des niederländischen Malers Jan Brueghel dem Älteren und seinen Zeitgenossen wie zum Beispiel Peter Paul Rubens gibt, dann sollte man sich die unbedingt ansehen (22. März bis 16. Juni).

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