Kunst- und Museumsexperte Kurator Schmalenbach gestorben

Der legendäre Kunsthistoriker Werner Schmalenbach ist tot. Als Gründungsdirektor baute er die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zu einer international anerkannten Institution auf. Bis zu seiner Pensionierung arbeitete er in dem Düsseldorfer Museum.

Werner Schmalenbach (Archivbild): Der Kunstexperte wurde 89 Jahre alt
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Werner Schmalenbach (Archivbild): Der Kunstexperte wurde 89 Jahre alt


Düsseldorf - Die Wiedereröffnung seines Museums wird er nicht mehr erleben: Der Gründungsdirektor der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Werner Schmalenbach, ist gestorben. Der angesehene Kunst- und Museumsexperte starb am Dienstag im Alter von 89 Jahren in Düsseldorf nach einer längeren Krankheit, teilte die Kunstsammlung in Düsseldorf mit. Der aus Göttingen stammende und in Basel aufgewachsene Kunsthistoriker leitete die Landesgalerie von 1962 bis 1990. Er machte die NRW-Kunstsammlung in Düsseldorf mit ihren herausragenden Bildern vor allem der Klassischen Moderne oder auch der US-Pop-Art zu einer heimlichen Nationalgalerie.

Schmalenbach schuf während seiner Zeit als Direktor der Kestner-Gesellschaft Hannover um den Kern einer umfangreichen Paul-Klee-Kollektion des Landes ein ganz auf die Malerei der Moderne konzentriertes Museum mit rund 200 herausragenden Werken. Dank eines damals erheblichen Ankaufsetats von zwei Millionen Mark jährlich gelangen ihm im Laufe der Zeit wichtige Erwerbungen vom Surrealismus über Arbeiten Picassos bis zu Pollock und Rauschenberg. Kritisiert wurde er aber auch wegen seiner Haltung, die Kunst der Gegenwart wie etwa von Joseph Beuys nicht in die Sammlung aufzunehmen.

Der Wissenschaftler trat 1947 zunächst mit einem Werk über den Film hervor. Wenig später erschien eine Untersuchung über die ihn lebenslang begeisternde "Kunst Afrikas"; Schmalenbach hatte auch Archäologie und Ethnologie studiert. Zu der langen Liste seiner Bücher gehören wichtige Werke über Kurt Schwitters, Antoni Tapies, Emil Schumacher oder Paul Klee. Ein 2004 erschienenes Buch mit Gesprächen Schmalenbachs, der zurückgezogen bei Düsseldorf gelebt hat, trägt den programmatischen Titel "Über die Liebe zur Kunst und die Wahrheit der Bilder".

Die Kunstsammlung NRW wird nach zweijährigem Umbau und Erweiterung am kommenden Samstag am Düsseldorfer Grabbeplatz wieder öffnen.

ore/dpa



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